Aktuelles
3. August 2009

Hilfe, wenn die Kommunikation stockt

Hilfe, wenn die Kommunikation stockt

Was Wirtschaftsmediatoren leisten können

In einem Unternehmen gibt es immer wieder Konflikte – mit Mitarbeitern, mit Lieferanten, mit Kunden. In der Regel lassen sie sich im gemeinsamen Gespräch lösen, manchmal jedoch landen sie vor Gericht. Das wird für alle Beteiligen unangenehm und teuer und kann weitreichende Konsequenzen haben. Doch bevor man es so weit kommen lässt, sollte man einen außergerichtlichen Weg in Erwägung ziehen – mit Hilfe eines Mediators.Mediation ist ein außergerichtliches Konfliktlösungsverfahren, in dem die Konfliktpartner eigenverantwortlich rechtsverbindliche, zukunftsorientierte Lösungen entwickeln, bei der alle Seiten gewinnen.

Dabei werden sie von einem neutralen, fundiert ausgebildeten Dritten, dem Mediator, unterstützt. „Seine Aufgabe besteht darin, mit geeigneten Kommunikations- und Verhandlungstechniken den Verständigungsprozess der Beteiligten zu fördern, zu führen und eine Klärung der Streitpunkte herbeizuführen“, erläutert Pia Zinser-Flum, ausgebildete Wirtschaftsmediatorin aus Stuttgart. „Ziel der Mediation ist eine konfliktlösende Vereinbarung mit Bestand für die Zukunft.“

Eigenverantwortung im Mittelpunkt

Der Mediator geht prinzipiell davon aus, dass die Konfliktparteien selbst die größte Kompetenz zur Konfliktlösung haben. Er unterstützt den Kommunikationsprozess und ist für die Art und Weise des Vorgehens im Verlauf der Streitbeilegung verantwortlich. Eigene Entscheidungskompetenzen hat er nicht. „Der Mediator leitet die Parteien an, schnelle, flexible und auch kostengünstige Regelungen zu finden, von denen alle Seiten profitieren,“ beschreibt Zinser-Flum ihre Aufgabe.

Pia Zinser-Flum ist zertifizierte Wirtschaftsmediatorin (DGMW).

Der Mediator macht die beteiligten Parteien darauf aufmerksam, dass es für einen erfolgreichen Abschluss der Gespräche notwendig ist, möglichst offen miteinander umzugehen. Dazu gehört auch, dass jedem Teilnehmer alle Tatsachen bekannt sind, die zur Lösung des Konflikts nötig sind. Mitunter empfiehlt der Mediator, einen Fachmann hinzuziehen oder weitere Informationen zum Streitthema zu sammeln.

Und was passiert, wenn keiner einlenkt? Davon geht Pia Zinser-Flum erst gar nicht aus. Sie ist davon überzeugt, dass unter der richtigen Anleitung immer eine Lösung möglich ist. „Sie finden vielleicht nicht die Lösung, die Sie sich ursprünglich vorgestellt haben, aber mit Sicherheit eine andere“, sagt Zinser-Flum. „Seit meiner Ausbildung wächst meine Begeisterung und die Überzeugung, dass Wirtschaftsmediation eine echte Chance für Unternehmen bietet, ihre Streit- und Unternehmenskultur nachhaltig zu verbessern.“

Vertrauensschutz

Mediation ist ein absolut freiwilliges Verfahren. Wer sich dazu entschließt, kann ohne jede Begründung jederzeit wieder aussteigen. Es gibt keine Verpflichtung dabei zu bleiben. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Konfliktparteien Vertrauensschutz genießen. Das heißt, dass Fakten, die im Verlauf des Prozesses offen gelegt wurden, weder gegenüber Dritten noch in einem gerichtlichen Verfahren verwendet werden dürfen. Zu Beginn einer Mediation wird deshalb eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet. Bestandteil ist in der Regel auch, dass die Parteien den Mediator nur gemeinsam von seiner Schweigepflicht entbinden können.

Die wichtigsten Vorteile von Mediation:

  • sofort einsetzbar
  • unbürokratisch
  • spart Zeit, Energie und Kosten
  • vermeidet Gerichtsverfahren
  • wahrt den Betriebsfrieden
  • erreicht für alle Parteien faire Lösungen
  • führt zu differenzierten Lösungen
  • dient der Aufrechterhaltung und Wiederherstellung von Geschäftsbeziehungen
Mediationen werden nach Zeitaufwand berechnet. Der Stundensatz ist abhängig von der Anzahl der Beteiligten und der Komplexität des Sachverhalts. Wer nach einem geeigneten Mediator sucht, wird bei der Deutschen Gesellschaft für Mediation in der Wirtschaft e.V. auf www.dgmw.de fündig. Dort kann man Mediatoren nach Thema und Ort suchen.