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26. August 2010

Studie: Nächste Unternehmergeneration steht bereit

Neue Studie über nächste Unternehmer-Generation

Jedes zweite Unternehmerkind möchte
in die Fußstapfen seiner Eltern treten.

Die Mehrheit der deutschen Unternehmerkinder möchte in die Fußstapfen seiner Eltern treten und unternehmerische Verantwortung übernehmen. Das ergab eine aktuelle Studie des Wirtschaftsmagazins „Impulse“, der Stiftung Familienunternehmen und dem Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen der Zeppelin-Universität. „Diese Generation ist eine Leistungs-Elite. Sie sehen sich schon früh in der Verantwortung für das Familienunternehmen – und für die Gesellschaft“, kommentierte der wissenschaftliche Leiter, Prof. Dr. Reinhard Prügl von der Zeppelin Universität, die Umfrage.

Nach der Studie planen 55 Prozent der über 200 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Unternehmerfamilien im Alter zwischen 16 und 35 Jahren diesen Schritt. Lediglich 14 Prozent lehnen dies ab. Gut ein Viertel ist noch unschlüssig, für vier Prozent gehört diese Frage nicht zu ihrer Entscheidungskompetenz. Bei der Nachfolgefrage verspüren nur 27 Prozent Druck von Seiten ihrer Eltern. Viele Unternehmerkinder wissen aufgrund ihrer Erfahrungen in der Familie schon sehr genau, was sie erwartet und was von ihnen erwartet wird. So schätzen gut zwei Drittel (68 Prozent) von ihnen das Unternehmen als stärker ein, wenn die Familienmitglieder aktiv involviert sind. Über 60 Prozent sind der Meinung, dass Kinder aus Unternehmerfamilien Verantwortung für die Firma haben. Dass das Unternehmen in den Händen der Familie bleibt, ist nahezu allen das wichtigste Ziel bei der Nachfolgeregelung – ein Verkauf kommt lediglich für drei Prozent in Frage.

Nachhaltigkeit im Fokus

Der Großteil der Unternehmerkinder hat klare Vorstellungen davon, wie sie das Unternehmen führen wollen. Die Prioritäten liegen dabei auf der progressiven Weiterentwicklung des Unternehmens: Expansion und Wachstum (66 Prozent) sowie Investitionen in Innovation (61 Prozent) sind für sie vorrangig. Nur ein knappes Drittel (32 Prozent) denkt in erster Linie an Kostensenkung. Schnellen Erfolg zu haben, ist nur einer Minderheit wichtig. Sie setzen stattdessen stärker auf Nachhaltigkeit.

Tradition und Wandel kein Widerspruch

Der Wunsch nach Freiheit und Selbstständigkeit ist bei Unternehmerkindern stark ausgeprägt. Fast alle Befragten (96 Prozent) sagen, der wichtigste Wert sei, eigenverantwortlich zu leben und zu arbeiten. Aus diesem Grund sehen die meisten (53 Prozent) ihre berufliche Perspektive in der Selbstständigkeit. Angestellt zu sein im öffentlichen Dienst können sich dagegen nur sechs Prozent vorstellen. „Bei allem Drang nach Selbstbestimmtheit sind für Unternehmerkinder die Werte und die gelebte Unternehmenskultur ihrer Eltern wichtig. Für sie ist Tradition und Wandel kein Widerspruch. Vielleicht ist es die Kombination aus vermeintlich traditionellen Werten wie Bescheidenheit und einer stetigen Veränderungsbereitschaft, auf die die nächste Unternehmergeneration und unser ganzes Land aufbauen kann“, sagt Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen.

Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen.

Wie die Studie weiter zeigt, ist sich eine klare Mehrheit der eigenen Verantwortung bewusst, die auch über das Unternehmen hinausgeht. Für 86 Prozent steht fest, dass man als Unternehmer aktiv Verantwortung dafür trägt, eine Gesellschaft positiv zu gestalten. Entsprechend viele Studienteilnehmer engagieren sich deshalb auf unterschiedlichen Gebieten. So setzen sich knapp 45 Prozent der Unternehmerkinder persönlich oder mit Sachleistungen für soziale Projekte ein, 28 Prozent engagieren sich im Sport, 24 Prozent in der Kultur, fast 20 Prozent für die Umwelt und 14 Prozent für Menschenrechte.