Aktuelles
9. September 2010

Schlechte Kommunikation frustriert Arbeitnehmer

Fehlende Aufstiegschancen und eine mangelhafte Kommunikation von Seiten der Chefetage sind die Hauptgründe für die Unzufriedenheit vieler Arbeitnehmer mit ihren Arbeitgebern. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Regus GmbH, einem Anbieter von flexiblen Arbeitsplatzlösungen, unter 15.000 Beschäftigten in 75 Ländern. Ein weiteres Ergebnis: Vor allem deutsche Beschäftigte wünschen sich eine subventionierte Betreuung ihrer Kinder.

Den meisten Frust bei der Arbeit verursachen nach der Umfrage mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten, eine unzureichende Kommunikation der Führungskräfte, eine fehlende Firmenvision und ein zu hohes Arbeitspensum. In Deutschland gaben 48 Prozent der Befragten an, nicht bei einer Firma bleiben zu wollen, in der die Kommunikation mit dem Management mangelhaft ist. 43 Prozent erklärten, dass fehlende Aufstiegsmöglichkeiten für sie der wichtigste Grund für den Wunsch seien, sich nach einem anderen Job umzusehen und 36 Prozent würden kündigen, wenn ihrem Unternehmen die strategische Vision fehlt. Zuviel Arbeit ist für knapp ein Drittel der deutschen Arbeitnehmer Anlass, über einen Jobwechsel nachzudenken, und 27 Prozent würde sogar wegen unfreundlicher Kollegen kündigen. Weitere Gründe für Unzufriedenheit am Arbeitsplatz sind mangelnde administrative Unterstützung (19 Prozent), inkompetente Kollegen und mangelnde Flexibilität bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (17 Prozent).

Deutsche favorisieren auch Kinderbetreuung

In der Umfrage konnten die Beschäftigten zudem angeben, was sie sich von ihrem Arbeitgeber wünschen. In Deutschland sprachen sich 44 Prozent für eine Gehaltserhöhung, ein gutes Drittel für drei zusätzliche Urlaubstage und 30 Prozent für eine Rentenerhöhung um 2,5 Prozent aus. Außerdem zeigte sich, dass keine andere Nation eine subventionierte Kinderbetreuung am Arbeitsplatz so sehr favorisiert wie die Deutschen. Ein Fünftel der Befragten gab diese Unternehmensleistung als Wunsch an, weltweit sind es nur zehn Prozent. Am wenigsten locken kann man Angestellte hierzulande mit einem kurzen Arbeitsweg: Weniger als zehn Minuten zu Fuß zur Arbeit zu brauchen, ist nur für 16 Prozent erstrebenswert. Im globalen Durchschnitt sind es 22 Prozent. Flexiblere Arbeitszeiten standen bei 28 Prozent der Deutschen auf der Wunschliste, gefolgt von einer privaten Krankenversicherung durch die Firma (27 Prozent).

Wissen, wo der Schuh drückt

Michael Barth, Geschäftsführer von Regus Deutschland,
sieht bei deutschen Unternehmen Handlungsbedarf.

„Jetzt, wo die Wirtschaft wieder anzieht, steigt die Anzahl derer, die sich beruflich verbessern möchten. Dabei halten hoch qualifizierte Arbeitskräfte natürlich Ausschau nach Firmen, die ihnen die besten Arbeitsbedingungen bieten“, kommentiert Michael Barth, Deutschland-Geschäftsführer von Regus, die Ergebnisse. „Das heißt, Unternehmen müssen wissen, wo bei ihren Mitarbeitern der Schuh drückt und was sie sich wünschen – zum einen, um sie zu halten, zum anderen, um ein attraktiver Arbeitgeber für gut ausgebildete Fachkräfte zu sein und zu bleiben.“