Aktuelles
7. Dezember 2010

Familienunternehmen setzt auf Generation 50+

Fachkräftemangel:

Das Unternehmen Fahrion Engineering weiß
die Qualitäten älterer Mitarbeiter zu schätzen.

„Mit 45 zu alt, mit 55 überflüssig? Wir suchen Ingenieure, Techniker und Meister bis 65.“ Mit diesem Aufruf in einer Stellenanzeige sorgte das Familienunternehmen Fahrion Engineering schon vor über zehn Jahren für Aufsehen. Die Unternehmen aus Kornwestheim in der Nähe von Stuttgart hat die besonderen Stärken älterer Mitarbeiter erkannt und nutzt diese zielgerichtet bei der Umsetzung ihrer komplexen Projekte.

Ein Fachkräftemangel ist Jens Fahrion in seinem Unternehmen nicht bekannt. „Wir suchen zwar ein paar jüngere Ingenieure, können dies aber mit älteren Bewerbern ausgleichen“, so der Sohn des Gründers und beim Spezialisten für Fabrikplanung unter anderem für Qualitätsmanagement zuständig. Das Familienunternehmen sieht sich schon seit jeher mit namhafter Konkurrenz wie Daimler oder Trumpf konfrontiert, wenn es um das Anwerben von Fachkräften aus der Region geht. „Uns kennt kaum einer, dennoch haben wir unseren Weg gefunden, die für uns passenden Mitarbeiter zu finden“, so der 39-Jährige. Der Betrieb schwört vor allem auf die Erfahrungen und das Know-how älterer Bewerber. Für Fahrion stellt sich das Thema rund um ältere Mitarbeiter höchst irrational dar. Gerade die ganzen Ängste, die damit verbunden seien, kann er nur teilweise nachvollziehen: „Ältere Mitarbeiter sind vielleicht mal länger krank als ihre jüngeren Kollegen. Doch insgesamt gesehen, überwiegen deren Vorteile bei weitem“, weiß Fahrion.

Flexibler und vielseitiger einsetzbar

Das Familienunternehmen schätzt vor allem die Flexibilität der Generation 50+, da diese unter anderem oft weniger familiär eingebunden ist. Zudem werden Ältere bei Aufgaben eingesetzt, die von jüngeren Mitarbeitern nicht ohne Weiteres übernommen werden können. „Bei der Planung einer neuen Fabrik, bei der es um komplexe Werksstrukturen geht, ist Erfahrung gefragt. Da hat man es mit der Führungsetage zu tun, muss entsprechend auftreten und Know-how bieten können. Ein älterer Mitarbeiter wirkt glaubwürdiger, kann auf Augenhöhe mit dem Kunden sprechen. Bei einem jungen, frisch von der Uni kommenden Mitarbeiter bestünde die Gefahr, dass er nicht ernst genommen wird“, glaubt Fahrion.

Jens Fahrion

Auch wenn einige der Bewerber längere Zeit arbeitslos waren, ist das für das Unternehmen kein Grund, Jüngere zu bevorzugen. Sollte es Defizite, etwa bei Methoden oder neuer Anlagentechnik geben, ließen die sich relativ zügig beseitigen – unabhängig vom Alter. Einerseits werden hier Möglichkeiten der Weiterbildung genutzt, andererseits schwört Fahrion auf altersgemischte Teams: „Geht es ums Projektmanagement, profitieren die Jüngeren von den Älteren. Ist Methodenwissen gefragt, sind es die jüngeren Mitarbeiter, die zeigen, wie etwas funktioniert.“ Konflikte zwischen den Generationen, die aufgrund von großen Altersunterschieden entstehen, sieht der 39-Jährige im Unternehmen nicht: „Bei uns hat jeder Mitarbeiter seine definierten Aufgaben mit Rechten und Pflichten. So ist der Rahmen für ein gutes Miteinander klar umrissen.“ -hf

www.fahrion-engineering.de

Tipp: Lesen Sie mehr über das Unternehmen Fahrion Engineering und das Thema Fachkräftemangel in der Dezember-Ausgabe der News (erscheint am 13. Dezember).