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1. Juli 2011

Familienunternehmen Olymp auf Wachstumskurs

Hemdenhersteller sucht Fachkräfte

Der Hemdenhersteller Olymp sucht händeringend Fachkräfte. „Wir wollen in diesem Jahr etwa 50 neue Mitarbeiter in Deutschland einstellen – vorausgesetzt wir finden sie“, sagte Olymp-Chef Mark Bezner im Gespräch mit Stefanie Koller von der Nachrichtenagentur dpa. „Es ist eine der größten Herausforderungen, wirklich auch die Talente zu bekommen, die wir brauchen.“ Im vergangenen Jahr hatte Olymp 47 neue Jobs geschaffen, derzeit arbeiten in Deutschland 450 Menschen für den Hemdenhersteller.

Das Design, Prototypen, Musterteile sowie Sonder- und Kleinserien entstehen in der Zentrale in Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart. Großserien werden dann bei Partnern in Osteuropa und Asien gefertigt. „Bekleidungsindustrie in der Produktion und im technischen Bereich findet in Deutschland nicht mehr viel statt“, sagte Bezner. „Wenn wir dann Fachleute brauchen – zum Beispiel für die Gewebebeschaffung – ist der Markt, auf den wir zurückgreifen können, überschaubar. Wir müssen sehr stark überregional suchen und die Leute müssen dann erst einmal bereit sein umzuziehen.“

Stark gestiegene Rohstoffpreise

Mark Bezner führt das Unternehmen in dritter Generation.

Sorgen bereiten dem Manager, der das Familienunternehmen in dritter Generation führt, zudem die gestiegenen Preise für Stoffe. „Gewebe ist innerhalb des letzten Jahres um etwa 40 Prozent teurer geworden“, sagte Bezner. „Der Preis für Baumwolle hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren verdreifacht. Hinzu kam eine Warenverknappung, wir mussten wirklich kämpfen, dass unsere Bestellungen von den Lieferanten auch bedient werden.“ Ein Grund sei die wachsende Nachfrage in asiatischen Boomregionen wie Indien und China.

Mit vielen Stofflieferanten ließen sich die Preise nur noch für kurze Zeiträume fest vereinbaren, sagte Bezner. „Früher ist man zweimal im Jahr mit seinen Partnern zusammengesessen und hat jeweils für sechs Monate die Preise vereinbart. In den vergangenen Monaten haben wir teilweise Angebote bekommen mit einer Gültigkeit von nur ein oder zwei Wochen. Es ist schwer, damit zu kalkulieren.“

Das bekommen auch die Olymp-Kunden zu spüren: Sie müssen nun tiefer in die Tasche greifen. „Bei gewissen Stücken erhöht sich die unverbindliche Verkaufspreislage im Handel um zehn Euro, dafür lassen wir viele andere Produkte auf dem ursprünglichen Preis – wir müssen mischen“, sagte Bezner. „Wir alle müssen uns darauf vorbereiten, dass Bekleidung sicherlich auch in Zukunft teurer wird.“

Wachstumskurs bleibt

Die Geschäfte bei Olymp laufen nach seinen Worten indes gut. „Mit dem ersten Halbjahr sind wir hochzufrieden, die Erlöse sind deutlich im zweistelligen Prozentbereich gewachsen“, sagte der Unternehmenschef. „Für 2011 erwarten wir wie im Vorjahr ein Umsatzplus von mehr als 20 Prozent.“ Olymp hatte 2010 einen Rekorderlös von 141,8 Millionen Euro erzielt.

Zum Wachstum in diesem Jahr soll auch eine neue Strickkollektion beitragen, die Olymp im Herbst auf den Markt bringt. „Wir wollen unseren Wachstumskurs der letzten Jahre halten, deshalb müssen wir neben unseren Hemden auch andere Produkte anbieten“, sagte Bezner. Derzeit erzielt das Unternehmen noch gut 90 Prozent seiner Erlöse mit Hemden. „Langfristig könnte Olymp mit Strick etwa ein Fünftel des Umsatzes machen.“ (dpa)