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29. Januar 2012

Mittelstand zufrieden – Furcht vor Eurokrise

Für die nächste Krise besser gewappnet

Deutschlands mittelständische Unternehmen sind

einer Studie zufolge mit ihrer Geschäftslage so zufrieden wie seit

vielen Jahren nicht mehr. Auch bei Investitionen oder Plänen für neue

Arbeitsplätze strotzen die Firmen nur so vor lauter Kraft, wie aus

dem Mittelstandsbarometer der Wirtschaftsprüfungs- und

Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervorgeht. Trotz aller Zuversicht

sehen die Unternehmer aber Wolken am Konjunkturhorizont.

Bei der Bewertung der aktuellen Geschäftslage zeigte die seit 2004

erstellte repräsentative Analyse noch nie eine derart gute Stimmung:

Gut die Hälfte (54 Prozent) der 3.000 befragten Firmen zwischen 30 und

2.000 Mitarbeitern sieht sich in einer guten Situation, weitere 40

Prozent sprechen von „eher gut“. Nur bei fünf Prozent schaut es „eher

schlecht“ aus, „schlecht“ geht es nur einem Prozent. Auf diesem hohen

Niveau rechnen lediglich sechs Prozent mit nachlassenden Geschäften.

Und nur acht Prozent hatten Ende 2011 weniger in den Auftragsbüchern.

Furcht vor Eurokrise

Diese unerreicht zuversichtliche Gemengelage hat jedoch einen

Wermutstropfen: Die generellen Konjunkturerwartungen für Deutschland

– unabhängig von der Situation in der eigenen Firma – haben sich im

Vergleich zur Vorgängerstudie von Mitte 2011 leicht eingetrübt. Zudem

rechnen zwei Drittel der Unternehmen mit einer Zuspitzung der

Eurokrise. Drei von vier Managern glauben, dass Deutschland „in

erheblichem Umfang für Schulden anderer Euro-Länder aufkommen wird“.

Und dennoch: Selbst wenn sich die Probleme der europäischen

Währungsgemeinschaft tatsächlich zu einer neuen Wirtschaftskrise

auswachsen sollten, wähnt sich der Mittelstand deutlich besser

gewappnet als beim Ausbruch der vorangegangenen Krise 2008. (dpa)