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7. Februar 2012

Dinkelacker ist wieder da

Fünfjähriges Jubiläum bei Stuttgarter Privatbrauerei

Die Geschäftsführer der Privatbrauerei, Bernhard Schwarz (links) und Ralph Barnstein (44).
Diplom-Braumeister Barnstein verantwortet Verwaltung, Technik und Logistik.

Stuttgarts Privatbrauerei wird 2012 fünf Jahre alt: 2007 endete die Zugehörigkeit zur InBev mit dem Rückkauf der Brauerei aus dem internationalen Braukonzern. Heute sind die beiden Geschäftsführer Ralph Barnstein und Bernhard Schwarz und ihre rund 300 Mitarbeiter am historischen Standort mitten in der Stuttgarter Innenstadt wieder sehr erfolgreich mit dem, womit die Gründer vor über 100 Jahren begonnen hatten: dem Brauen besonderer Bierspezialitäten.

Die Wurzeln des heutigen Unternehmens reichen weit ins vorletzte Jahrhundert zurück: Die Dinkelacker-Brauerei wurde 1888 gegründet, der Grundstein für Schwaben Bräu sogar schon zehn Jahre früher gelegt. Auch zwei weitere bekannte Biere der Privatbrauerei können auf eine lange Geschichte zurückblicken: Ernst Imanuel Wulle gründete seine gleichnamige Brauerei bereits 1861, David Sanwald rief die erste „Weißbier-Brauerei Stuttgarts“ 1903 ins Leben. Die 1996 aus dem Zusammenschluss der ehemaligen Wettbewerber Dinkelacker und Schwaben Bräu hervorgegangene Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu gehörte ab 2004 zum internationalen Braukonzern Interbrew, später InBev. Diese bewegte und für die regionale Brauerei sehr schwierige Phase fand 2007 ein glückliches Ende, als der Einsatz von Carl Dinkelackers Urenkel Wolfgang einen Neuanfang möglich machte.

Bernhard Schwarz (51), in der Privatbrauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu als Geschäftsführer für die Bereiche Marketing und Vertrieb zuständig, gibt Antwort auf Fragen zum Rückkauf und dem Konzept der Privatbrauerei.

Bernhard Schwarz im Sudhaus von Dinkelacker-Schwaben Bräu in der Tübinger Straße.

Was war 2007 der Grund für diesen Rückkauf?

Bernhard Schwarz:Die InBev ist ein Konzern mit einer globalen Strategie, in dem für regionale Bedürfnisse und Besonderheiten letztlich kein Platz blieb. Wolfgang Dinkelacker hat sich mit dem Rückkauf dafür eingesetzt, die Eigenständigkeit, Beweglichkeit und Firmenkultur der Brauerei zu bewahren. Ganz konkret ging es auch darum, Arbeitsplätze zu erhalten und den Brauerei-Standort langfristig zu sichern.

Was bedeutet für Sie „Privatbrauerei“?

Klar, wir sind nicht Teil eines Konzerns. Aber Privatbrauerei zu sein, heißt für uns vor allem, dass wir die Nähe zu unseren Geschäftspartnern und zu den Bierkennern hier in Baden-Württemberg ganz bewusst pflegen und unsere regionale Verbundenheit auch durch eine rege Beteiligung am gesellschaftlichen Leben zum Ausdruck bringen. So können wir ein Stück weit ein gesundes Gegengewicht zu Braukonzernen und großen Nationalmarken, den so genannten Fernsehbieren, schaffen. Es heißt aber zum Beispiel auch, dass sich unsere 280 Mitarbeiter wirklich mit dem Unternehmen identifizieren und für „ihre“ Brauerei einsetzen.

Gab es in den letzten fünf Jahren besonders nachhaltige Ereignisse?

Ein wichtiges Jahr war gleich 2008, denn da haben wir nach 37 Jahren Abstinenz die alte Stuttgarter Biermarke Wulle wiederbelebt, erfreulicherweise mit anhaltendem Erfolg. Und wir haben unser eigenes Qualitätssiegel ins Leben gerufen, das für unsere Unternehmenswerte Mensch, Qualität und Nachhaltigkeit steht. Wie wir diese Werte leben, hat sich Ende 2009 deutlich gezeigt, als wir uns beim Wettbewerb „Stuttgarts beste Arbeitgeber“ durchsetzen konnten und den ersten Platz belegt haben. Auch 2011 war ein spannendes Jahr: Mit CD Helles konnten wir eine sehr erfolgreiche Produkteinführung feiern, wir hatten beim Brauereifest mit 35.000 Besuchern einen neuen Rekord, beim Wasen gab es ebenfalls einen Besucherrekord… – gute Aussichten also.

www.privatbrauerei-stuttgart.de