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13. Februar 2012

Familienunternehmer drohen IG Metall mit Halbierung von Lehrlingsplätzen

Verbandspräsident Lutz Goebel

Familienunternehmer haben der IG Metall mit der Halbierung der Ausbildungsplätze für den Fall gedroht, dass sie an eine unbefristeten Übernahme aller Auszubildenden festhält. „Ich halte die Forderung für gefährlich“, sagte Lutz Goebel, Präsident des Verbandes „Die Familienunternehmer“, dem Bremer „Weser-Kurier“ (Montagausgabe). „Ein Drittel der Lehrlinge sind leider nicht engagiert genug, dass wir sie einfach unbefristet übernehmen können. Denen muss man signalisieren: Wenn ihr euch nicht anstrengt, wird das nichts“, sagte er.

IG-Metall-Vize Detlef Wetzel wies die Drohung zurück und verteidigte die Forderung nach einer unbefristeten Weiterbeschäftigung von Ausgebildeten. «Sie ist die richtige Antwort auf den drohenden Fachkräftemangel und bietet der jungen Generation sichere Zukunftsperspektiven», sagte er laut Mitteilung. „Die Unternehmen schneiden sich mit dieser Drohung ins eigene Fleisch und betreiben damit ökonomischen Selbstmord.“ Es gebe bereits tarifliche Ausnahmeregelungen, die besondere betriebliche Belange berücksichtigten.

Mit ihrer Tarifforderung würde die IG Metall jedoch genau das Gegenteil einer unbefristeten Weiterbeschäftigung bewirken, meint der Verband der Familienunternehmer. Derzeit hätten die jungen Menschen, die nicht übernommen würden, wenigstens eine fundierte Ausbildung, mit der sie sich anderswo bewerben könnten, sagte der Verbandschef. (dpa)