Aktuelles
30. Mai 2012

Regierung: E-Bilanz kommt wie geplant

Nach Korrekturen und Verzögerungen will die Bundesregierung nicht weiter am Zeitplan für die Einführung der umstrittenen „E-Bilanz“ rütteln. Unternehmen müssen damit ab dem Jahr 2014 ihre Jahresabschlüsse verpflichtend elektronisch an die Finanzämter übermitteln, wie das Finanz- und das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilten: „Die E-Bilanz wird wie geplant kommen.“ Zugleich wurde betont, dass dem Mittelstand versprochene Erleichterungen dauerhaft gelten sollen.

Die elektronische Übermittlung von Bilanzen gehört zu den Maßnahmen zum Abbau der Steuerbürokratie unter dem Motto „Elektronik statt Papier“. In der Wirtschaft gab es in der Vergangenheit Widerstand, der Projektstart wurde verschoben. Verbände befürchteten eine Kostenexplosion durch die Umstellung sowie Sicherheitslücken. Moniert wurde auch, dass der Umfang der geforderten Daten über bisher erforderliche Unterlagen hinausginge.

Nach Ablauf der Projektphase und umfangreichen Konsultationen könne jetzt auch im Bereich der Bilanzen das digitale Zeitalter beginnen, erklärten das Finanz- und das Wirtschaftsministerium. Die elektronische Übermittlung von Bilanzen werde in den allermeisten Fällen erst für die Wirtschaftsjahre ab 2013 verpflichtend sein, also zusammen mit den elektronischen Steuererklärungen frühestens 2014. Für das Wirtschaftsjahr 2012 oder 2012/2013 könnten Firmen entscheiden, die Bilanz noch auf Papier oder elektronisch abzugeben. Das Projekt werde mittelstandfreundlich umgesetzt. Kleine und mittlere Unternehmen müssten nur die im Hauptbuch enthaltenen Bilanzposten elektronisch übermitteln. Der Handwerksverband ZDH erklärte, die E-Bilanz sei nun so ausgestaltet, dass sie in der ganzen Breite der Unternehmen Akzeptanz finden werde. (dpa)