Aktuelles
20. Juni 2012

Chinesische Unternehmen mit Kreditproblemen

Studie:

Zahlungsverzögerungen chinesischer Firmen häufen sich, die Zahlungsziele hingegen fallen kürzer aus. Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Coface über das Zahlungsverhalten in China. Vor allem kleinere Unternehmen haben laut der Erhebung zunehmend Schwierigkeiten, an Kredite zu kommen. Coface hat für die Studie Ende 2011 über 1.300 Unternehmen verschiedener Branchen und Gesellschaftsformen befragt.

„Die Lieferung auf Zahlungsziel ist zur wichtigsten Finanzierungskomponente für Unternehmen in China geworden“, heißt es in einer Mitteilung des Versicherers. Diese Entwicklung halte seit der Krise 2008 an. 90 Prozent der befragten Unternehmen hätten 2011 mit dem Lieferantenkredit gearbeitet – vier Jahre zuvor wären es nur 65 Prozent gewesen. Während Geschäfte auf Grundlage des Lieferantenkredits inzwischen weit verbreitet sind, ergab die Befragung, dass die vereinbarten Zahlungsziele inzwischen kürzer ausfallen als früher. Fast drei Viertel der Verträge wurden laut Studie mit 60 Tagen oder weniger vereinbart.

Da Lieferungen auf Kredit zunehmen, sind chinesische Unternehmen auch automatisch von Zahlungsverzögerungen im Inland betroffen. Wie im Jahr zuvor ist der Hauptgrund für Verzögerungen die schwierige Finanzlage der Kunden. Dies gaben fast zwei Drittel der von Coface in China befragten Unternehmen an. Dabei kommen Liquiditätsprobleme, der Wettbewerbsdruck und der mangelnde Zugang zu externen Finanzierungsmitteln zusammen. Nach Meinung von Coface wird es für private Unternehmen, insbesondere kleine Firmen, zunehmend schwieriger, Bankkredite zu erhalten. Das belegen auch die Ergebnisse der Studie. Etwa ein Drittel der befragten Unternehmen nannten die unzureichende Kreditversorgung als Hauptgefahr für die weitere Entwicklung im Jahr 2012.

Die komplette Studie (in Englisch) gibt es hier.