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8. August 2012

Familienunternehmer zur Energiepolitik

Familienunternehmer zur Energiepolitik:

„Wir Familienunternehmer sind sehr besorgt, dass die Energiewende zu höheren Kosten für die deutsche Industrie und zu noch größerer sozialer Unausgewogenheit führt. Die Debatte darüber muss tabulos geführt werden. Der Klimaschutz muss Vorrang vor dem Schutz einzelner Energiebranchen haben. Es ist inakzeptabel, dass die Breite der Wirtschaft und die privaten Stromverbraucher Einzelbranchen der Erneuerbaren dauerhaft subventionieren und dazu noch die Renditen von Investoren in diese absolut risikofrei stellen“, sagt Lutz Goebel, Präsident des Verbands „Die Familienunternehmer“.

Diese Praxis gehe auf Kosten der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und sei dazu noch sozial ungerecht, so der Verbandspräsident weiter. „Die Hälfte des Strompreises ist staatlich beeinflusst, deshalb macht es wenig Sinn, an nur einer kleinen Stellschraube wie der Öko-Steuer zu drehen. Hier steht die Politik stärker in der Pflicht das Gesamtsystem zu reformieren“, forderte er.

Die staatlichen Abgaben auf den Strompreis seien in den vergangenen Jahren extrem gestiegen. Größter Kostentreiber sei die EEG-Umlage. Der Fehler liege im System. „Das EEG war für einen Nischenmarkt akzeptabel, aber die erneuerbaren Energien sind längst aus den Kinderschuhen rausgewachsen, sagte Goebel. „Ihre Branchenunternehmen müssen in den Markt integriert werden, sie benötigen Wettbewerb und sie müssen sich wie jedes andere Unternehmen auch am Weltmarkt ohne Subventionen durchsetzen. Um die Verbraucher zu entlasten, liegt bei einer stärkeren Kürzung dieser Subventionen der richtige Hebel. Immerhin summierten sich die Vergütungen für die erneuerbaren Energien im Jahr 2011 auf stattliche 16,4 Milliarden Euro. Und es wird sprunghaft mehr. Durch die auf 20 Jahre garantierte Vergütung kann hier kurzfristig nicht abgebaut werden. Aber jeder Tag, den wir so weiter machen, wird uns in Zukunft noch mehr kosten.“

Goebel betonte, dass sein Verband die Energiewende unterstütze und wisse, dass sie nicht zum Nulltarif zu haben sei. Doch führe der eingeschlagene planwirtschaftliche Ansatz zu unnötigen Kosten, die auf den Klimaschutz keinen positiven Effekt hätten.