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12. September 2012

Risikomanagement für’s Portfolio

Globales Wissen für Anlageentscheidungen nutzen

Rainer Grähling von der Deutschen Bank empfiehlt Anlegern
auf die globalen Entwicklungen zu achten.

Für viele Unternehmer bietet privates Vermögen Sicherheit nicht nur für die eigene Zukunft, sondern im Krisenfall auch zusätzliche Sicherheit für das Unternehmen. Angesichts von Staatschuldenkrisen, Euro-Diskussion, volatilen Märkten und einer von Veränderung getriebenen Wirtschaft wird es gerade für solche Anleger immer wichtiger, sich Gedanken über ihre Anlagestrategie zu machen und ihr Vermögen abzusichern. Die Deutsche Bank hat dafür ein neues, interaktives Instrument entwickelt, die Risikolandkarte.

„In der Risikolandkarte konzentrieren wir das weltweite Know-how von Deutsche Bank-Research“, sagt Rainer Grähling, Leiter Region Württemberg Private Wealth Management der Deutschen Bank. „Unsere Kunden haben damit die Möglichkeit, ihre Anlagestrategie ganzheitlich zu betrachten und Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen. Früher ging es bei der Geldanlage oftmals um hohe Renditen. Heute geht es den meisten unserer vermögenden Kunden in erster Linie um Sicherheit und Liquidität.“ Grähling gibt zu, dass es keine Vollversicherung gegen Krisen und unvorhersehbare Ereignisse gebe, aber dank der Risikolandkarte könne man mögliche künftige Entwicklungen realistischer einschätzen – weltweit und regional.

Handlungsfähigkeit gewinnen

Tatsächlich geht die Risikolandkarte, die auf den iPads der Berater des Private Wealth Management installiert ist, weit über das hinaus, was der Anleger normalerweise zu sehen bekommt. Auf Basis aktueller weltwirtschaftlicher Daten lassen sich denkbare künftige Entwicklungen in mehreren Szenarien darstellen. Inklusive der Bewertung der Assetklassen, erhält der Kunde zum Beispiel weltweite Daten über Inflation, Bruttoinlandsprodukt, Wachstum, Preisentwicklungen in verschiedenen Bereichen und eine Fülle weiterer volkswirtschaftlicher Indikatoren, die ihn bei seiner Anlageentscheidung unterstützen. „Wir beraten mit der Risikolandkarte nicht auf Produktebene“, betont Grähling, „sondern können Problemfelder, die der Kunde in seine Überlegungen einbeziehen sollte, identifizieren. Die Entwicklungen sind mittlerweile so unübersichtlich, dass Anleger Rat und Einschätzung brauchen. Wenn sich zu viele Risiken auftun, fürchten die meisten Menschen, etwas falsch zu machen, und sind nahezu paralysiert. Die Risikolandkarte soll die Handlungsfähigkeit wieder herstellen.“

Absicherungsrechnung auf Tastendruck

In ihrem Standard-Szenario gehen die Banker momentan davon aus, dass es nicht zu extremen Entwicklungen kommen wird, weder bezüglich des Euro noch bezüglich der globalen Wirtschaft. „Dieses Szenario trifft unserer Meinung mit einer 50- bis 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit zu“, sagt Grähling. Portfolio Consultant Stefan Thesen stellt die Auswirkungen auf die acht in der Risikolandkarte gelisteten Assetklassen dar. „Bei den meisten steht die Ampel in diesem Szenario noch auf Grün, nur bei den Staatsanleihen sieht es anders aus. Innerhalb der Rentenanlagen bevorzugen wir Unternehmensanleihen und nutzen die Renditevorteile und Währungschancen von Anleihen der Emerging Markets“, erläutert er das Schaubild. „Anders sieht es aus, wenn wir von einer weltweiten Rezession ausgehen. Dann zeigen insbesondere die Indikatoren für Aktien und Unternehmensanleihen nach unten. Eine Absicherung des Portfolios wird jetzt am wichtigsten.“

Hier kommt der in die Risikolandkarte integrierte Absicherungsrechner zum Zug. Dafür werden die individuellen Portfoliodaten des Kunden eingegeben und sofort weiß er, wie viel die Absicherung kosten wird. Für ein Portfolio mit zwei Millionen Euro und einer idealtypischen Aufteilung können das für zwölf Monate etwa 2,75 Prozent des Portfolio-Gegenwertes sein.

Die Diskussion ist wichtig

Grähling und Thesen halten vor allem die Diskussion mit dem Kunden für wichtig. „Mit der Risikolandkarte haben wir die Möglichkeit, auf die ganz individuellen Fragen und Überlegungen des Kunden einzugehen, seine Strategie in einen gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang zu stellen und in taktisches Handeln mit überschaubaren Risiken zu übersetzen,“ sagt Grähling. „Gerade für Unternehmer ist es wichtig, ihre Entscheidungen auf einer soliden Betrachtung verschiedener möglicher Szenarien zu treffen. Mit den Daten von Deutsche Bank-Research, die in der Risikolandkarte verarbeitet sind, können wir dafür eine gute Basis bieten.“

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