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12. Oktober 2012

Mittelstand nicht mehr so optimistisch

Die Euro-Schuldenkrise und die Abkühlung der Weltkonjunktur bekommen allmählich auch die kleinen Betriebe in Deutschland zu spüren. Das Geschäftsklima im Mittelstand hat sich im Herbst leicht eingetrübt. Nach einer Umfrage der Kreditauskunftei Creditreform überwiegen zwar weiterhin die Optimisten – aber ihr Anteil ist kleiner geworden. Die meisten der befragten Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit gleichbleibenden Auftragseingängen und Umsätzen, wie Creditreform am Donnerstag mitteilte.

Auch die Nachfrage nach zusätzlichen Arbeitskräften flaut ab: Nur noch knapp 16 Prozent planten im nächsten halben Jahr, neue Mitarbeiter einzustellen. Fast acht Prozent wollen Stellen abbauen. Immerhin eine Mehrheit von 54 Prozent der Betriebe bewertete ihre aktuelle Geschäftslage als sehr gut oder gut, und 48 Prozent erwarten das auch für die nächsten Monate. Mit einer Verschlechterung der Lage rechnen nur vier Prozent. Die Investitionsbereitschaft der Mittelständler sei ebenfalls „noch auf einem recht stabilen Niveau“, erklärte Creditreform. Jedes dritte Unternehmen verzeichnete aktuell mehr Umsatz und Bestellungen als vor einem Jahr, jedes fünfte weniger.

Aber beim Blick auf die Zukunft nimmt die Skepsis zu: Der Anteil der Betriebe, die mit steigenden oder sinkenden Auftragseingängen rechnet, hält sich mit 17 und 16 Prozent fast die Waage. Allerdings erwartet eine relative Mehrheit, dass sie gegenüber ihren Kunden im kommenden halben Jahr höhere Preise durchsetzen sowie ihren Umsatz und Gewinn steigern können. Creditreform hatte bundesweit rund 4.000 Unternehmen befragt. (dpa)