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15. November 2012

Frauenquote: EU-Kommission fordert Bundesregierung heraus

Brüssel kontra Berlin bei der EU-weiten Frauenquote: Bis 2020 sollen börsennotierte Unternehmen ihre Aufsichtsratsposten zu 40 Prozent mit Frauen besetzen. Dies ist ein politisches Ziel – Strafen drohen Unternehmen nicht zwangsläufig. Diesen Gesetzentwurf legte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel vor. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt eine europäische Regelung strikt ab. Wird ein Aufsichtsratsposten neu besetzt, müssten rund 5.000 betroffene Firmen bei gleicher Qualifikation eine Kandidatin bevorzugen. Sanktionen wie etwa Geldbußen drohen dann, wenn Unternehmen kein „faires und geschlechtsneutrales“ Auswahlverfahren nutzen. Dies könnte mit Inkrafttreten des Gesetzes gelten, laut EU-Kommission also 2016. Für Vorstandsposten gibt es keine Vorgaben. (dpa)