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19. Dezember 2012

Mängel bei der Personalarbeit im Web

Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen: Die Mehrheit der deutschen Unternehmen hält es bei der Personalarbeit im Social Web nach den drei Affen. „64 Prozent der HR-Bereiche in Unternehmen überprüfen nie, was in den Sozialen Medien gepostet wird beziehungsweise welche Kommentare und Bewertungen abgegeben werden“, sagt Prof. Andreas Kiefer, General Manager South and Central Europe und Vorsitzender der Geschäftsführung der ADP Employer Services GmbH. Das Unternehmen hat im November 50 Unternehmen telefonisch zum Thema „Social-Media-Strategie im HR-Bereich“ befragen lassen.

Lediglich 36 Prozent der Unternehmen kümmern sich regelmäßig darum, was in Sozialen Netzen über sie gesagt wird. 20 Prozent werfen demnach wöchentlich einen Blick in Facebook, Xing und Co. 16 Prozent scannen ihre Reputation lediglich monatlich. Kiefer: „Den Unternehmen fehlt die Zeit, den zusätzlichen Anforderungen durch das Social Web gerecht zu werden oder die Möglichkeiten zu nutzen, die sich für die Personalarbeit ergeben könnten. Social Media bietet heute Informationen und Austauschmöglichkeiten, die zu besseren und wirtschaftlich sinnvolleren Recruitment-Kosten führen – abgesehen von der Zeitersparnis.“ Unternehmen müssen sich laut des Dienstleisters mehr denn je um ihre Mitarbeiter und weniger um Prozesse kümmern.

Ungenutzte Potenziale

Die größte Rolle für die HR-Arbeit spielt laut Umfrage für 94 Prozent der Firmen weiterhin die unternehmenseigene Website. 36 Prozent gaben an, Xing zu nutzen, um die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern. 30 Prozent setzen beim medialen Aufpolieren des Images auf Facebook. Laut ADP liegen die Potenziale der Sozialen Medien brach – sowohl mit Blick auf das Employer Branding als auch auf die Rekrutierung neuer Mitarbeiter im Netz.

Eine Ursache könnten laut der Befragung ungeregelte Verantwortlichkeiten sein. In nur rund jedem dritten Unternehmen (38 Prozent) zeichne die Personalabteilung für die Social-Media-Aktivitäten verantwortlich. In 36 Prozent der Unternehmen kümmere sich das Marketing, in jedem fünften Unternehmen (18 Prozent) die Kommunikationsabteilung und bei 16 Prozent die IT-Abteilung. 16 Prozent der Firmen haben die Verantwortlichkeiten gar nicht geregelt.

Zur Umfrage: Durchgeführt wurde die Umfrage im November 2012 von Cisar im Auftrag von ADP bei 50 klein-, mittleren und Großunternehmen in Deutschland unter dem Thema „Social Media Strategie im HR-Bereich“. Zielsetzung war zu erheben, inwieweit Personalverantwortliche die Potenziale von Sozialen Netzen sehen und nutzen. Befragt wurden HR-Leiter per Telefon.