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14. Februar 2013

Deichmann: „Ein Familienunternehmen denkt in Generationen“

Heinrich Deichmann mit Hollywoodstar Halle Barry,
dem neuen Werbegesicht des Familienunternehmens.

Europas größter Schuhhändler Deichmann will auch

künftig an Traditionen festhalten. „Ein Familienunternehmen denkt

nicht in Quartalen, sondern in Generationen“, sagte der Chef des vor

100 Jahren gegründeten Essener Unternehmens, Heinrich Deichmann, im

Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Zu den Traditionen des von

seinem Großvater mit der Eröffnung eines Schuhmacherladens aus der

Taufe gehobenen Unternehmens zähle jedoch auch die Bereitschaft,

alles immer zu überprüfen. „Wir haben immer die Kraft zu

Verbesserungen gehabt“, sagte Deichmann.

Der Gründerenkel kündigte auch im Jubiläumsjahr ein weiteres

organisches Wachstum des Unternehmens an. Spielraum dafür sehe er

derzeit vor allem in den USA und der Türkei. Zur Finanzierung der

Wachstumspläne käme ein Börsengang jedoch genauso wenig infrage, wie

die Aufnahme von Krediten. „Wenn man nicht an der Börse gelistet ist,

muss man sich nicht darum scheren, welche Maßnahmen den Kurs nach

oben oder nach unten treiben, sondern man kann sich langfristig daran

orientieren, was für das Unternehmen am besten ist“, sagte er.

226 neue Läden geplant

Weltweit plant Deichmann im laufenden Jahr die Eröffnung von 266

neuen Läden. Derzeit betreibt Deichmann mit 33.700 Mitarbeitern 3.325

Filialen, davon rund 1.300 Läden in Deutschland. Das Unternehmen ist

in 22 europäischen Ländern und den USA vertreten. Im vergangenen Jahr

konnte es seinen Umsatz um 7,4 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro

steigern. Mit dem Ergebnis sei man zufrieden, meinte Deichmann. Auch in Bosnien-Herzegowina sei in diesem Jahr ein Verkaufsstart vorgesehen. Für 2014 wird die Eröffnung von ersten

Deichmann-Läden in Russland geprüft. Kein anderer Schuhhändler habe

im sogenannten stationären Handel derzeit ein solches Wachstumstempo,

sagte Deichmann. Denkbar seien auch Unternehmensübernahmen oder der

Kauf von interessanten Marken. So sei die Übernahme der

Kinderschuhmarke „Elefanten“ durch Deichmann im Jahr 2005 ein großer

Erfolg gewesen.

Trotz steigender Einkaufspreise werde der Schuhhändler versuchen

seine Preise im laufenden Jahr stabil zu halten, kündigte Deichmann

an. Wichtigste Preislage in den Deichmann-Läden seien derzeit Schuhe

für 19,90 Euro. Der Durchschnittspreis liege bei rund 21 Euro.

Deichmann hat im vergangenen Jahr weltweit rund 165 Millionen Paar

Schuhe verkauft. (Von Uta Knapp, dpa)