Aktuelles
19. Februar 2013

Familienunternehmen investieren in Know-how ihrer Gesellschafter

Studie:

Zwei von drei Familienunternehmen fördern eine systematische Qualifizierung ihrer Gesellschafter – vor allem im betriebswirtschaftlichen Bereich. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Wittener Instituts für Familienunternehmen und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. Vier von fünf befragten Unternehmen sehen in diesen Maßnahmen einen zentralen Erfolgsfaktor und ein wesentliches Element zur Förderung einer gemeinsamen Willensbildung. Nur sieben Prozent der Familienunternehmen sehen keinen Bedarf an der Qualifizierung der Anteilseigner.

Nachholbedarf bei Förderung der Nachfolger

Erheblichen Nachholbedarf gibt es laut der Studie jedoch bei der Förderung des Gesellschafternachwuchses. Zwar bieten 85 Prozent der Befragten Weiterbildungsangebote an, doch nur bei 41 Prozent richten sich die Kompetenzentwicklungsprogramme an die aktive als auch an die künftige Gesellschaftergeneration. Exklusiv auf den Nachwuchs konzentrieren sich nur 16 Prozent der Maßnahmen. Als problematisch sehen die Initiatoren des Studie, dass Familienmitglieder, deren Chancen als gering angesehen werden, in den Gesellschafterkreis aufzurücken, nur schwach eingebunden werden. Nur ein Fünftel bindet alle Familienmitglieder in die Programme mit ein. „Besonders kritisch ist unserer Ansicht nach, dass eine stärkere Einbindung der nur mittelbar zum potenziellen Gesellschafterkreis zählenden Familienmitglieder meist gar nicht beabsichtigt ist. Dabei haben gerade Ehe- und Lebenspartner eine besondere Rolle bei der frühen Prägung und Erziehung der kommenden Gesellschaftergenerationen“, betont Dr. Tom Rüsen, geschäftsführender Direktor des

WIFU und Vorstand der WIFU-Stiftung.

„Soft Skills“ weniger im Fokus

Inhaltlich dominieren vor allem betriebswirtschaftliche Themen. Etwa die Hälfe der Familienunternehmen setzt auch auf steuer-, gesellschafts- und erbschaftsteuerrechtliche Fragen. Weiche Themen wie Konfliktmanagement oder auch typische Dynamiken in Unternehmerfamilien hat nur knapp jedes sechste Unternehmen auf der Agenda. „Die Betonung betriebswirtschaftlicher Kompetenzen ist nachvollziehbar. Gesellschafter sollten aber mit den besonderen Besonderheiten von Familienunternehmen vertraut und auch auf den Umgang mit Konflikten gezielt vorbereitet sein“, sagt Dr. Peter Bartels, PwC-Vorstand

und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand. Denn Auseinandersetzungen in Familienunternehmen hätten oft keinen betriebswirtschaftlichen Hintergrund, sondern würden durch familiäre Interessenkonflikte ausgelöst. „Missverständnisse, unklare Rollenverteilungen und eine ‚verhärtete’ Kommunikation können eine Eigendynamik entwickeln, die schlimmstenfalls die Existenz des Unternehmens bedroht“, mahnte Bartels.

Die komplette Studie kann hier heruntergeladen werden.