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7. März 2013

Henkel geht nach Rekordjahr auf Einkaufstour

Henkel geht nach Rekorden bei Umsatz, Ergebnis, Ertragskraft und Dividende weltweit auf Firmenjagd: Der Klebstoff- und Waschmittelriese hält mit einem Finanzierungsspielraum von mehr als drei Milliarden Euro Ausschau nach Übernahmekandidaten. „Wir haben reichlich Spielraum“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted am Mittwoch bei der Bilanzvorlage 2012 in Düsseldorf. Firmenzukäufe seien sowohl in Industrieländern als auch in den schnell wachsenden Schwellenländern vorstellbar. Das Familienunternehmen verdient zur Freude seiner Aktionäre und den weltweit knapp 47.000 Mitarbeiter so gut wie noch nie. Der Gewinn stieg unter dem Strich um fast ein Drittel auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Der Umsatz legte 2012 um fast sechs Prozent auf den neuen Höchststand von 16,5 Milliarden Euro zu.

Gründerfamilie hat bei Henkel das Sagen

Die Nachkommen von Firmengründer Fritz Henkel (1848-1930) haben beim Düsseldorfer Traditionsunternehmen das Sagen. Mitglieder der Gründerfamilie halten gut 53 Prozent der Stammaktien. Der Aktienbindungsvertrag von 115 Mitgliedern der Familie läuft unbefristet und kann erstmals Ende 2016 gekündigt werden. Dank der Rechtsform der Henkel AG & Co. KGaA kann die Familie mehr Einfluss auf das Unternehmen ausüben als bei einer AG. Henkel hat nicht nur einen Aufsichtsrat. Im wichtigen Gesellschafterausschuss kann sich die Familie auf hochkarätige Berater wie Ex-Bayer-Chef Werner Wenning und Ex-Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner stützen. Das Gesicht der Familie ist Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah (44). Sie ist sehr zuversichtlich, dass die Familienaktionäre über das Jahr 2016 hinaus an Bord bleiben. „Wir haben eine ausgezeichnete

Grundstimmung in der Familie, insbesondere in meiner Generation, die

jetzt in der Verantwortung ist“, sagte sie der „Wirtschaftswoche“. (dpa)