Aktuelles
13. März 2013

Stuttgarts OB auf der internationalen Immobilienmesse MIPIM

Stuttgarts OB auf der internationalen Immobilienmesse MIPIM

Auch in diesem Jahr präsentieren sich der Verband Immobilienwirtschaft Stuttgart e. V. und die Stadt Stuttgart wieder auf einem gemeinsamen Stand in Cannes den Investoren aus aller Welt. Am ersten Messetag, am 12. März, hielt der Oberbürgermeister der baden-württembergischen Landeshauptstadt, Fritz Kuhn, einen Vortrag mit dem Titel „Nachhaltigkeit – von der Sprechblase zur Realität“. Den anwesenden Investoren werden dabei die Zähne geklappert haben.

Stuttgarts OB Fritz Kuhn in Cannes

Zunächst stellte der Stuttgarter OB in aller Kürze die Landeshauptstadt und die Region Stuttgart vor. Sein Resümee: „Wir haben zwei positive Standortfaktoren. Stuttgart ist schuldenfrei und hat einen grünen OB.“ Danach ging Kuhn in medias res. Er zählte die drei Mängel Stuttgarts auf. Erstens gebe es zu wenig bezahlbaren Wohnraum in der Stadt. Zweitens habe es in der Automobilstadt viel zu viele Staus und die Feinstaubwerte im Kessel seien zu hoch. Drittens stecke die Energiewende noch in den Kinderschuhen.

Kuhn machte klar, was er beziehungsweise die Stadt künftig von Investoren erwarten. Die Ökologie müsse bei Bauprojekten stets beachtet werden. Wenn die beiden Großprojekte „Milaneo“ und „Gerber“ fertig seien, habe Stuttgart erst einmal genug Einkaufszentren. „Wir brauchen Wohnungen und zwar nicht nur im Luxussegment“, sagte er. Bei allen Projekten müssten künftig 20 Prozent des Wohnraums sozial geförderter Wohnraum sein. Es könne nicht angehen, dass die ärmeren Bevölkerungsschichten an den Rand der Städte gedrängt würden. „Das ist nicht die Urbanität, die wir uns vorstellen“, sagte der Oberbürgermeister.

Nachhaltigkeit bringt Innovation

Neue Projekte sollen nach dem Willen Kuhns „Energie-Plus-Bauten“ sein, die mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen. Er gab zu, dass es sicherlich eine Herausforderung sein werde, alle Vorgaben umzusetzen, aber: „Wenn man etwas verwirklichen will, kann man es auch durchsetzen. Das hat mich meine politische Erfahrung gelehrt.“ Ein weiterer Wunsch des OB: Die Menschen sollten möglichst dort wohnen können, wo sie arbeiten. Das solle bei künftigen Projekten ebenfalls beachtet werden. Die energetische Modernisierung bestehender Gebäude sieht Kuhn als große Aufgabe an. Auch hier gelte die Voraussetzung, dass der Wohnraum bezahlbar bleiben müsse.,

Die Bau- und Immobilienwirtschaft könne bei den anstehenden Aufgaben neues Know-how aufbauen und neue Verfahrensweisen entwickeln und sich damit weltweit profilieren. „Sie können mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben“, versprach er seinen Zuhörern in Anlehnung an seinen Wahlslogan. „Nachhaltigkeit darf keine Sprechblase bleiben“, mahnte der OB. Wenn Stuttgart eine nachhaltige Stadt werde, könnten davon alle profitieren.

„Denken Sie positiv an Stuttgart“, gab Kuhn den Investoren mit auf den Weg. Angesichts der Konkurrenz, die auf dem weltweiten Immobilienmarkt um Investoren buhlt, bleibt das hoffentlich kein frommer Wunsch.