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24. Februar 2014

Länderindex Familienunternehmen

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland könnten für Familienunternehmen weitaus besser sein. Das ergab der neueste Länderindex der Stiftung Familienunternehmen. Danach belegte die Bundesrepublik im Ranking der 18 untersuchten Staaten gerade einmal Platz elf. Die Schweiz, Finnland und Dänemark können hingegen überzeugen.

lle zwei Jahre erarbeitet das Zentrum für Europäische Wirtschaftspolitik (ZEW) in Mannheim im Auftrag der Stiftung einen Länderindex, der die für Familienunternehmen wichtigen Standortfaktoren in verschiedenen europäischen Ländern genau unter die Lupe nimmt. Dazu gehören die Bereiche Steuern, Arbeit, Finanzierung, Regulierung und öffentliche Infrastruktur.

„Nur gefühlte Stärke“

Im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2011 hat sich in Deutschland nicht viel getan. Immer noch haben Familienunternehmen hierzulande mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. „Für Deutschland gibt es aus der Perspektive der Familienunternehmen keinen Anlass zur Selbstzufriedenheit“, sagte Prof. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung, bei der Vorstellung der Studie. „Unser Land ist als Standort von Familienunternehmen zehn anderen Staaten klar unterlegen.“ Hennerkes sprach angesichts der Zahlen davon, dass die „ökonomische Stärke in vielen Bereichen nur eine gefühlte Stärke“ sei. Besonders schlecht schnitt Deutschland im Bereich „Steuern“ ab, landete auf Platz 13. „Ein mittelständisches Unternehmen braucht hierzulande im Schnitt 221 Stunden, um den bürokratischen Aufwand für seine Steuer- und Abgabenverpflichtungen zu erledigen. Zwei Jahre davor waren es noch 200 Stunden. Im Karton Zürich sind es nur 63 Stunden“, so Hennerkes. Ein gravierender Nachteil bleibe die Erbschaftsteuer, die es in vielen anderen Ländern gar nicht gebe. Vor einer weiteren Verschärfung riet der Professor dringend ab, denn ansonsten würde Deutschland im Ranking noch weiter nach hinten fallen. „Eine Substanzbesteuerung wäre jetzt äußerst kontraproduktiv.“

Hohe Regulierungsdichte

Beim Standortfaktor „Regulierungsdichte“ sieht es für Deutschland mit Platz 16 besonders düster aus. Dies würde vor allem die Flexibilität und Innovationskraft mittelständischer Firmen nachhaltig schwächen. Spitzenreiter sind hier Dänemark und Finnland – beide kommen mit viel weniger Vorschriften für den Arbeitsmarkt aus. Deutlich besser steht Deutschland in den Bereichen „Öffentliche Infrastruktur“ und „Finanzierung“ da. In beiden Bereiche konnte Platz 7 belegt werden. In Teilbereichen des Standortfaktors „Energie“ konnte Deutschland auch überzeugen. Zwar sind die Preise für Strom im Vergleich hierzulande sehr hoch (Platz 13), aber in Punkto Versorgungssicherheit landete die Bundesrepublik auf Rang 3. Dr. Friedrich Heinemann vom ZEW, der die Details der Studie vorstellte, sprach angesichts dieser Daten von „einem erheblichen Reformschub, der notwendig ist, damit Deutschland in den nächsten Jahren in die Nähe der Spitzengruppe kommt“.

Den kompletten Länderindex Familienunternehmen als Download gibt es hier.