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26. April 2014

Studie: Negative Folgen durch Substanzsteuern

Die von Rot-Grün geplanten Steueränderungen haben negative Auswirkungen auf Eigenkapitalbildung und Investitionen bei Familienunternehmen. Das ergab eine von der Stiftung Familienunternehmen in Auftrag gegebene und vom Zentrum für Europäische Wirtschaftspolitik (ZEW) durchgeführte Studie. „Eine Vermögensteuer kann in Kombination mit den Ertragsteuern und der Erbschaftsteuer in die Vermögenssubstanz eingreifen und vor allem in Krisenzeiten konfiskatorische Wirkungen entfalten“, sagt Prof. Dr. Christoph Spengel von der Universität Mannheim, der die Auswirkungen der Pläne von SPD, Grünen und Die Linke untersucht hat. „Die Familienunternehmen sollen eine Steuer bezahlen, unabhängig davon ob und wie viel die Firma verdient. Diese Steuer nagt am Bestand des Eigenkapitals“, erklärt dazu Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. „Die Ergebnisse der Studie werden die Diskussion über eine höhere Belastung von Vermögen versachlichen.“
Nach der Studie kann sich die Einführung einer Vermögensteuer oder -abgabe auch negativ auf die künftigen Einnahmen des Finanzministers auswirken: „Eine Vermögensteuer setzt Anreize zur Verlagerung von Betriebs- und Privatvermögen ins Ausland. Durch die Errichtung von Holdingstrukturen im Ausland und die Fremdfinanzierung deutscher Unternehmen kann das steuerpflichtige Vermögen in Deutschland weiter reduziert werden“, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung. Dadurch würde die Bemessungsgrundlage für die Einkommen- und Gewinnsteuern in Deutschland schrumpfen.

Das ZEW hat zudem die OECD-Vermögensteuerstatistik analysiert und kommt zu dem Schluss, dass „bereits jetzt Erbschaften und Schenkungen in Deutschland im internationalen Vergleich überdurchschnittlich besteuert werden“. „In kaum einem Industrieland werden Erbschaft- und Vermögensteuer gleichzeitig erhoben, so wie dies die Opposition im Bundestag vorsieht“, warnt Hennerkes. Zudem sei nicht erkennbar, dass die Erhebung der Vermögensteuer eine gleichmäßigere Vermögensverteilung bewirke.
Die Steuerpläne der Oppositionsparteien insgesamt würden eine Personengesellschaft, die unter den Familienunternehmen am meisten verbreitete Gesellschaftsform, hart treffen. Ein Beispielsunternehmen (126 Millionen Euro Bilanzsumme, 4,1 Mio. Jahresergebnis) müsste nach den Vorschlägen der SPD fast 24 Prozent mehr Steuern bezahlen, nach den Grünen 40 Prozent und nach der Linken 101 Prozent.

Die komplette Studie gibt es hier als Download.