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21. Mai 2014

Energiewende Gefahr für Profitabilität

Die Entscheider in mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg gehen von deutlichen Einflüssen auf ihre Geschäftsentwicklung durch die eingeleitete Energiewende in Deutschland aus. Für die aktuelle Studie „Energiewende im Mittelstand“ des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater
(BDU) wurden gemeinsam mit dem Verbandsforum Baden-Württemberg rund 100 Entscheider in baden-württembergischen KMU befragt.

Rund 62 Prozent der Studienteilnehmer erwarten, dass die Zuverlässigkeit der Energieversorgung abnimmt. Knapp 90 Prozent befürchten, dass die Profitabilität im Unternehmen ohne geeignete Gegenmaßnahmen leiden wird. Jeder Dritte prognostiziert sogar erhebliche Beeinträchtigungen. Matthias Wendler, BDU-Studienleiter und Mitglied des Vorstands im BDU-Forum Baden-Württemberg: „Das Thema ist massiv auf der obersten Entscheidungsebene der KMU angekommen. Die Unternehmenslenker erkennen, welch hohe strategische Bedeutung die Energiewende für den künftigen Unternehmenserfolg besitzt.“

Keine Verlagerungen ins Ausland geplant

Die Stellschrauben, die es zu bedienen gilt, haben die Mittelständler dabei offensichtlich fest im Blick. Den wichtigsten Beitrag soll aus Sicht der Befragungsteilnehmer eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz (51% hohe Bedeutung + 38 % gewisse Bedeutung) beisteuern, zum Beispiel durch modernere und sparsamere Maschinen und Fuhrparks oder eine bessere Energierückgewinnung. Eine hohe Bedeutung wird auch der Intensivierung des Preis- und Vertragsmanagement auf der Absatzseite zugemessen, um Energiekostensteigerungen gezielt weiterreichen zu können (36 % hohe Bedeutung + 51 % gewisse Bedeutung). Als weitere geeignete Handlungsoption bewerten die Entscheidungsträger in den KMU die Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 (38 % hohe Bedeutung + 45 % gewisse Bedeutung). Darüber hinaus können sich knapp zwei Drittel der Befragten vorstellen, Energie auch selbst zu erzeugen (17% hohe Bedeutung + 45 % gewisse Bedeutung). Hingegen planen offensichtlich nur wenige KMU als Reaktion, ihre energieintensive Produktion ins günstigere Ausland zu verlagern (6 % hohe Bedeutung + 26 % gewisse Bedeutung)

Noch zu wenig konkrete Planung

Allerdings: Hinsichtlich der zum Teil notwendigen Investitionen zeigen sich die Mittelständler häufig zögerlich. So gab gut die Hälfte der Befragungsteilnehmer an, noch keine Budgets zur Steigerung
der Energieeffizienz eingeplant zu haben. Weiterhin verfügen rund 70 Prozent bislang nicht über Investitionspläne, um Versorgungsschwankungen abzufedern. 54 Prozent haben bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Entscheidung getroffen, ob und in welchem Umfang sie in die Energieproduktion für den eigenen Unternehmensbedarf investieren werden. Wendler: „Die Mittelständler müssen hier viel
aktiver und mutiger agieren. Bereits heute lässt sich die Stromerzeugung für den eigenen Bedarf wirtschaftlich betreiben. Durch den Einsatz intelligenter Techniken können sich Investitionen bereits
in kürzester Zeit amortisieren.“

Die vollständige Studie gibt es zum Download unter www.bdu.de