Aktuelles
6. Mai 2014

IT-Fachkräftemangel zeigt Auswirkungen

Deutschland fehlen IT-Fachkräfte. Dass dieser Mangel nun sogar die Qualität der IT-Abteilungen in Unternehmen bedroht, zeigt eine aktuelle Studie der Computing Technology Industry Association (CompTIA), Interessenvertreter der IT-Industrie und weltweit führender Entwickler herstellerneutraler IT-Zertifizierungen.

Demnach glaubt fast die Hälfte der in Deutschland befragten Führungskräfte (45 Prozent), dass die interne IT-Kompetenz nicht oder nur zum Teil dem Anspruch des eigenen Unternehmens genügt. Die größten Schwächen sehen sie in den Bereichen Sicherheit (31 Prozent), Serviceleistung (29 Prozent) und Produktivität (28 Prozent). Weltweit befragte CompTIA für diese Studie 1.256 Führungskräfte in zehn Ländern. Der Verband mit Mitgliedern aus mehr als 100 Ländern setzt sich für die weltweit standardisierte Aus- und Weiterbildung von IT-Fachkräften ein.

Gebremste Cloud

Am Beispiel des Cloud Computing zeigt sich, wie sehr dieser Fachkräftemangel bereits Einfluss auf die Innovations- und Implementierungskraft deutscher Unternehmen hat. Nur 19 Prozent der Befragten geben an, ihr Unternehmen habe die Nutzung der Cloud bereits implementiert. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) sagt dagegen, nicht einmal die praktische Erprobung habe begonnen. Als eines der bedeutendsten Hindernisse geben die Führungskräfte fehlendes internes Know-how an: Immerhin 21 Prozent von ihnen sind der Meinung, dass der Einsatz der Cloud im eigenen Unternehmen durch den Mangel an qualifiziertem Personal signifikant gebremst wird. „Unsere Studie zeigt, dass in deutschen Unternehmen dringend Cloud-Wissen benötigt wird“, erklärt Milton Goldschmidt, Regionaldirektor Mitteleuropa bei CompTIA. „Neben einem Zertifikat zum Thema Mobility führt der Verband deshalb im zweiten Halbjahr 2013 das Zertifikat Cloud+ ein. Es bündelt zentrale Anforderungen an IT-Spezialisten, die sich mit Cloud Computing und Virtualisierung befassen.“

IT-Weiterbildungsbranche unter Druck

Die Hoffnung, ausreichend qualifiziertes Personal auf dem freien Markt anzuheuern, scheint gering. Mehr als jeder dritte Befragte (37 Prozent) klagt darüber, keine passenden Mitarbeiter zu finden. Um Abhilfe zu schaffen, investieren Unternehmen verstärkt in die Weiterbildung der bestehenden Belegschaft. 40 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, IT-Mitarbeiter hätten in den vergangenen zwölf Monaten spezielle Trainings besucht, an Branchenkonferenzen oder Workshops teilgenommen, Hochschulseminare belegt oder E-Learning genutzt, um ihr Wissen zu erweitern.

Dabei scheinen Unternehmen IT-Weiterbildungsangebote immer stärker mit Blick auf ihren tatsächlichen Nutzwert unter die Lupe zu nehmen. 85 Prozent der befragten Führungskräfte sind der Meinung, dass der Erfolg einer Weiterbildung unbedingt durch einen Abschlusstest überprüft werden müsse. 59 Prozent der Befragten glauben überdies, dass IT-Zertifikate innerhalb der nächsten zwei Jahre für Unternehmen an Bedeutung gewinnen werden, vor allem, wenn Themen wie Datensicherung, Netzwerke und Infrastruktur, Data Center Management und Cyber-Sicherheit weiter in den Fokus rücken.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie für Deutschland stehen hier zum Download bereit.