Aktuelles
12. Juni 2014

Fachkräfte für Handwerk und Mittelstand

Der Fachkräftemangel in Deutschland wird zunehmend zum Problem. Davon betroffen ist vor allem der Mittelstand. In einer Umfrage im Sommer 2012 gaben 71 Prozent der Betriebe an, es sei für sie problematisch, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Bei den Handwerksbetrieben waren es sogar 81 Prozent. Besonders dramatisch: Die Auftragsbücher im Handwerk sind voll, aber es werde immer schwieriger, die Aufträge zeitnah umzusetzen, weil es an Personal fehle, klagen die Unternehmer. Der Nachwuchs fehlt ebenso wie qualifiziertes Personal mit Berufserfahrung.

Rainer Merkle, Chef der Merkle Holzbau GmbH in Bissingen/Teck, kennt das Problem aus eigener Erfahrung und hat beschlossen, etwas dagegen zu tun. „Wir bilden selbst aus“, sagt Merkle. „Doch die jungen Leute, die sich für eine Ausbildung interessieren, werden immer weniger. Gleichzeitig haben wir in anderen EU-Ländern eine extrem hohe Arbeitslosenrate bei jungen, gut ausgebildeten Leuten. Weshalb sollten wir also nicht diesen jungen Leuten eine Zukunft bieten und damit gleichzeitig gegen unseren Fachkräftemangel angehen?“

Chance für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Zusammen mit Vassiliki Zarambouka hat der Unternehmer deshalb die „mvz consulting GmbH“ gegründet. Sie kennt den Markt für Personaldienstleistungen. 16 Jahre lang war sie in verschiedenen Führungspositionen beim Marktführer für Personaldienstleistungen tätig. Sie lernte das Geschäft von der Pike auf kennen und war zuletzt sieben Jahre lang als Distriktmanagerin für 1.500 überbetriebliche und 55 innerbetriebliche Mitarbeiter verantwortlich.

Das neue Unternehmen konzentriert sich auf die Überlassung und die Vermittlung ausländischer Fachkräfte, zum Beispiel aus Ungarn und Griechenland. „Bei konjunkturellen Schwankungen und kurz- oder langfristigen Personalengpässen müssen Unternehmen flexibel reagieren können“, sagt Zarambouka. „Die Überlassung von Arbeitnehmern sehe ich unter zwei Aspekten positiv. Die Unternehmen sind flexibel und können gleichzeitig die Arbeitnehmer kennenlernen. Für die Arbeitnehmer ist es oft der Einstieg in eine Festanstellung.“

Die Richtigen zusammenbringen

Im Team der jungen Firma sind auch Mitarbeiter aus Ungarn und Griechenland, die ihre Kontakte in die Heimat nutzen. Sie begleiten die Interessenten aus dem Ausland bezüglich Sprachkursen, Bewerbungen, Wohnungssuche etc. „Arbeitskräfte aus dem Ausland können seit dem 1. April 2012 ihren im Ausland erworbenen Berufsabschluss mit den Anforderungen an diesen Beruf in Deutschland vergleichen lassen und haben so die Chance, dass er auch in Deutschland anerkannt wird“, sagt Zarambouka. „Das macht Fachkräfte aus dem Ausland für Unternehmen noch interessanter.“

Die Neu-Unternehmerin weiß, dass Personalvermittlung in erster Linie mit Menschen zu tun hat. „Kultur und Werte von Unternehmen und Mitarbeiter müssen zusammenpassen“, sagt sie. „Für mich ist es die größte Herausforderung, die Richtigen zusammenzubringen und die größte Freude, zu sehen, dass beide Seiten zufrieden sind.“

www.mvzconsulting.com