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6. Juli 2014

Party und Auszeichnungen

Beim Kommunikationskongress des Bundesverbands deutscher Pressesprecher (BdP) in Berlin wurden nicht nur die Pressestellen des Jahres ausgezeichnet, sondern auch wieder der Nachwuchsförderpreis des Verbands vergeben. Im Rahmen der Speakersnight im Friedrichstadt-Palast wurden am Abend des ersten Kongresstags die Nominierten in den Kategorien Unternehmen, NGO/Verbände und Politik/Verwaltung vorgestellt. Die Gewinner erhielten den Goldenen Apfel. Über den Förderpreis von 2.000 Euro konnte sich Mona Folger aus Münster freuen.

Die Studentin erhielt den Nachwuchsförderpreis für ihre Masterarbeit mit dem Titel „Entstehung und Entwicklung von Shitstorms: Motivation und Intention der Beteiligten am Beispiel von Facebook“. Nicht zuletzt die Aktualität des Themas trug zur Entscheidung der Jury bei. Vor allem zeigte sie sich aber beeindruckt von den praktischen Erkenntnissen, die Unternehmen aus der Arbeit ziehen können. Klar ist: Die Unternehmen haben auf dem Weg zu einem modernen integrierten Beschwerdemanagement noch viel zu lernen. Die von der Studentin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gewonnenen Erkenntnisse über die Motivation der Beteiligten hilft Unternehmen dabei, deren Motive besser zu verstehen und entsprechend zu reagieren. Die Jury betonte, dass die Entscheidung schwer gewesen sei, denn auch die beiden anderen Nominierten, Julia Klapczynski und Muscha Sherzada, hätten hervorragende Arbeiten abgeliefert.

Wenn die Reputation abstürzt

Schwer fiel auch die Entscheidung bei der Vergabe der Auszeichnung für die Pressestellen des Jahres. In der Kategorie NGO/Verbände erhielt die Vodafone Stiftung den begehrten Kommunikationspreis für ihre „Nachhilfe für das Bildungspaket“. In der Kategorie Politik/Verwaltung kam die Technische Universität Berlin zum Zug. Die relativ kleine Pressestelle profilierte sich durch herausragende Arbeit bei der allgemeinverständlichen Vermittlung von Wissenschaft.

Die Pressestelle des Immobilienunternehmens Gagfah erhielt die Auszeichnung für ihre Kommunikationsarbeit in einem schwierigen Umfeld. Nach der Übernahme des Unternehmens durch Finanzinvestoren brach dessen öffentliches Ansehen ein. Mangelnde Transparenz und Kommunikation verstärkten diesen Effekt. Mit entsprechender Kommunikation sollte die Wahrnehmung des Unternehmens in der Öffentlichkeit wieder verbessert werden. Das ist gelungen. „Der Wandel von reaktiver zur proaktiver Kommunikation zeigt, wie man mit einem schwer zu vermittelnden Produkt erfolgreiche Kommunikation gestalten kann“, so die Jury.

Abrocken mit Müntefering

Bevor die Pressesprecher im Friedrichstadt-Palast so richtig abrockten, erklomm Franz Müntefering, ehemals Vizekanzler, Bundesarbeitsminister und SPD-Vorsitzender, die Bühne und rockte seine Zuhörerschaft mit präzise formulierten Plaudereien. Seine spitzen Anmerkungen trafen ins Schwarze. Auch die Zunft der Pressesprecher blieb nicht verschont. „Pressesprecher waren mir immer Sparringspartner mit Ratschlägen, die man nicht befolgte“, sagte Müntefering. Die Zuhörer dankten ihm seine humorvolle Rede mit jeder Menge Applaus und konnten es kaum glauben, dass er alle seine Texte mit der Schreibmaschine schreibt.

Durch den Abend führte wieder Jörg Thadeusz, der mit seinem Gedicht „Höher hinaus… Die Klage eines unterschätzten Sprechers“ wieder einmal frenetischen Beifall einheimsen konnte.