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8. Juli 2014

Zukunftsinvestition Logistik

Schaut man sich allein in der Region Stuttgart um, trifft man auf einen wahren Boom an Investitionen in die Logistik. Der Reinigungsgerätehersteller Kärcher aus Winnenden hat ebenso Millionen in ein neues Logistikzentrum gesteckt wie die Stuttgarter Firma Lapp. Der Hemdenhersteller Olymp weiht diesen Monat sein neues Logistikzentrum ein. Alle drei Familienunternehmen haben zweistellige Millionenbeträge investiert. Auch die kleineren und mittleren Unternehmen haben die Bedeutung der Logistik als Wettbewerbsfaktor erkannt. Ein Beispiel dafür ist die Andreas Rupp GmbH & Co. KG aus Eppingen-Rohrbach.

Das Unternehmen, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, hat in eine neue Logistikhalle investiert, die im November anlässlich der Jubiläumsfeier eingeweiht wird. Andreas Rupp, der das Familienunternehmen in zweiter Generation führt, sagt: „Für die neue Halle haben wir etwa 1,5 Millionen Euro investiert. Eine gewaltige Summe für unser Unternehmen. Doch eine Logistik nach neuesten Standards ist eine Grundvoraussetzung für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Logistik darf heute nicht nur Kosten verursachen, sondern muss zur Wertschöpfung beitragen und betrifft so gut wie alle Unternehmensbereiche: IT und Produktionssteuerung, die Bedarfsplanung, die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen, ja sogar die Entwicklung und die Standortplanung. Mit der neuen Halle schließen wir eine Lücke und erfüllen die Forderungen unserer Kunden, speziell der Kunden aus der Automobilzulieferindustrie.“

Die neue Halle verfügt über ein Hochregallager mit vier fahrbaren und einem feststehenden Doppelregal. Die Regale sind 30 Meter lang und acht Meter hoch. Ein Doppelregal kann mit bis zu 170 Tonnen beladen werden. Die Halle verfügt über eine Fußbodenheizung, die mit Abwärme aus der Produktion betrieben wird. Die Zeit der Gabelstapler ist ebenfalls vorbei. Ein Routenzug der Firma Still wird künftig den über EDV gesteuerten Materialfluss zwischen Lager und Produktion übernehmen.

Komplexität wird beherrschbar

Seit 2008 hat der Spritzguss-Spezialist über 100 neue Artikel zu managen, teilweise in sehr großen Mengen. Außerdem spielt die Liefertreue für die Kunden aus der Automobilzulieferindustrie die alles entscheidende Rolle. Deshalb wird in dem Betrieb mit 40 Mitarbeitern schon seit Jahren Kanban praktiziert, eine Form der Fertigungssteuerung, die die „Produktion auf Abruf“ ermöglicht. Durch die Überwachung des gesamten Fertigungsprozesses durch die EDV kann stets höchste Qualität gewährleistet werden. Die Zertifizierung nach ISO/TS 16949 dokumentiert diesen hohen Standard.

„Mit der neuen Halle übernehmen wir diese hohen Standards auch für die innerbetriebliche Logistik“, sagt der Firmenchef. „Die Logistik wird wegen der Anforderungen durch die Kundensysteme auch für produzierende Betriebe immer komplexer und aufwändiger.“ Globalisierung und Digitalisierung, die Ansprüche der Kunden hinsichtlich Pünktlichkeit und Individualisierung sowie immer kürzere Lieferfristen verstärken diesen Trend. Mittels Datenübertragung ist es heute möglich, die Warenflüsse punktgenau zu steuern und an vielen Schnittstellen den Fehlerfaktor Mensch auszuschließen. Wer hier in der Entwicklung zurückbleibt, verliert seine Wettbewerbsfähigkeit. „Wir betrachten die EDV und unser Qualitätsmanagement-System als das Rückgrat der Logistik. Mit der neuen Logistikhalle können wir die immer komplexeren Anforderungen im Logistikbereich erfüllen und weitere Komplexität bei den internen Abläufen verhindern“, so Rupp weiter.“Wir haben jetzt den Platz zur Verfügung, um Materialversorgung Behälterverwaltung, Etikettierung und Versand professionell abzuwickeln und können ebenso wie in der Produktion alle Abläufe lückenlos dokumentieren. Wenn der Lkw kommt, steht die richtige Ware in der richtigen Menge am richtigen Platz bereit.“

www.rupp-spritzguss.de

Tipp: In der November-Ausgabe von „Die News“ finden Sie weitere Artikel zum Thema Logistik.