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22. August 2014

Serie: Wirksame Führung, Teil 6

Nicht mit Lob und Dank sparen.

Es gibt sie, die Führungskräfte, die der Meinung sind, Lob und Dank gegenüber Mitarbeitern seien nicht nötig. „Wofür auch? Schließlich werden alle bezahlt“, lautet ihr Credo. Wer sich jemals angestrengt hat, um etwas gut zu machen, weiß jedoch, wie wichtig Lob und Anerkennung der anderen sind. Ein Chef, der die Leistung seiner Mitarbeiter nicht anerkennt, setzt damit bereits das erste Signal: „Ihr seid mir unwichtig, alles, was ihr tut, ist selbstverständlich.“ Das hat mit Sicherheit langfristig Auswirkungen auf die Einstellung der Mitarbeiter.

Fataler Führungsfehler Nr. 6: „kill enticement“
In diesem Unternehmen gibt es weder Lob noch Dank.

Die Reaktion der Mitarbeiter: Die Mitarbeiter haben das Gefühl, nicht wahrgenommen zu werden. Sie gehen davon aus, dass ihre Leistung nicht geschätzt wird, weil sie das Wort „danke“ nicht hören Früher oder später werden sie damit aufhören, sich anzustrengen, denn egal wie sehr sie sich anstrengen, anscheinend ist es nie genug. Leistungsbewertungen und klare Anforderungsprofile ermöglichen Anerkennung, aber das alleine reicht nicht aus. Für die Mitarbeiter ist es auf Dauer uninteressant, in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem ihr Beitrag zum Unternehmenserfolg nicht anerkannt wird. Die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber wird in Frage gestellt.

Anerkennung ist unersetzlich

Persönliche Anerkennung, Lob und Dankbarkeit sind durch nichts zu ersetzen – und zwar nicht nur für außergewöhnliche Leistungen, sondern auch für alltägliche. Dadurch zeigen wir, dass wir andere wahrnehmen. Zuhause empfindet es der Partner als positiv, wenn wir uns dafür bedanken, dass er jeden Tag das Frühstück macht. Ebenso empfindet der Mitarbeiter, wenn er von der Führungskraft ein herzliches „danke“ hört, weil er etwas besonders schnell erledigt hat oder aber jeden Abend daran denkt, die Maschine ordnungsgemäß abzustellen. Damit ist nicht gemeint, ständig zu loben, sich permanent zu bedanken oder Anerkennung auszudrücken, doch aufmerksame Menschen erkennen, wie und wann es für den anderen wichtig ist. Lob wird übrigens nur dann als echt empfunden, wenn es dafür aus Sicht des Gelobten einen Grund gibt. Gute Führungskräfte sorgen deshalb dafür, dass ihre Mitarbeiter eine Aufgabe haben, die zwar herausfordernd, aber lösbar für sie ist.

Mit kleinen Gesten, kann man den Mitarbeitern zeigen, dass man sie persönlich wichtig nimmt. Eine gute Führungskraft kennt die Mitarbeiter mit Namen. Sie erinnert sich an Versprechen und Zusagen. Sätze wie „der Mitarbeiter soll froh sein, dass er bei uns arbeiten darf“, kommen einer guten Führungskraft nicht über die Lippen. Sie merkt sich wichtige Daten beziehungsweise hat sie im Kalender vermerkt. Sie ist den Mitarbeitern zugewandt und bemerkt ihre Leistung ebenso wie Probleme, bei denen der Mitarbeiter Unterstützung braucht. Ein Chef, der seinen Mitarbeiter ehrlich lobt, tut viel für die Atmosphäre im Betrieb.

Lob und Dank an die Mitarbeiter lässt sich auf vielfältige Weise ausdrücken: Persönlich – von Angesicht zu Angesicht, aber auch durch viele große und kleine Gesten. Das Familienunternehmen Geze aus Leonberg hat zum 150-jährigen Firmenjubiläum den Mitarbeitern und ihren Familien einen „Tag voller Vergnügen“ geschenkt. Dafür wurde das Firmengelände in einen Themenpark inklusive Festzelten, verschiedenen Bühnen und Riesenrad umfunktioniert. An der Fassade des Verwaltungsgebäudes wurde ein riesiges Banner von über 400 Quadratmetern aufgehängt, auf dem Porträts aller 2.600 Mitarbeiter weltweit zu sehen sind. Die geschäftsführende Gesellschafterin Brigitte Vöster-Alber sagte: „Seit den Anfängen unseres Unternehmens vor 150 Jahren hat sich Geze kontinuierlich von einem kleinen Handwerksbetrieb zu einem weltweit führenden Anbieter von Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik entwickelt. Einen maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken und mit unserem Banner den Einsatz eines jeden Einzelnen hervorheben.“
Jill Schmelcher


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Teil 1 der Serie finden Sie hier.

Teil 2 der Serie finden Sie hier.

Teil 3 der Serie finden Sie hier.

Teil 4 der Serie finden Sie hier.

Teil 5 der Serie finden Sie hier.

Teil 7 der Serie finden Sie hier.