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2. Oktober 2014

Gelebte Innovation

Der Ökohaus-Pionier Baufritz mit Stammsitz in Erkheim gehört zu den innovativsten Unternehmen seiner Branche. Das Familienunternehmen wirft konsequent den Blick in andere Branchen und Lebensbereiche, um sich für eigene Neuentwicklungen inspirieren zu lassen.

Für den technischen Geschäftsführer Helmut Holl ist Cross Industry Innovation ein wichtiger Bestandteil der Firmenphilosophie bei Baufritz: „Wir gehen regelmäßig auf brancheneigene, aber auch auf branchenfremde Messen. Vor allem Möbel- und Modemessen sind für uns sehr interessant, da diese der Baubranche in Sachen Design und Funktionalität einen Schritt voraus sind.“ So wurde zum Beispiel nach dem Besuch einer Möbelmesse die Idee vom Loftwohnen im Einfamilienhaus geboren. Eigentlich ist das aufgrund der relativ engen Platzverhältnisse kaum möglich, doch die findigen Oberschwaben hatten die Lösung. Auf der Möbelmesse präsentierte ein Aussteller bewegliche Möbelstücke und Schiebewände waren ein großes Thema. Warum sollte man es den Hausbewohnern nicht ermöglichen, nicht nur das Mobiliar zu verschieben, sondern auch einen Teil der Wände? Also entwickelte das Familienunternehmen eigene Schiebewände, die sich so verstellen lassen, dass Ruhezonen entstehen oder eben ein großer, freier Raum. Die Herstellung mobiler Möbel übernahm die hauseigene Schreinerei. „Das war für uns ein großer Erfolg“, erzählt Holl. Jetzt ist das Unternehmen mit der Weiterentwicklung dieser Idee beschäftigt. Apropos Erfolg: Nicht aus jeder Idee wird ein gefragtes Produkt. „Einer unserer Kunden, der in der Automobilbranche arbeitet, hat mich einmal zu sich ins Unternehmen eingeladen. Da konnte man sehen, wie Leder im Interieurbereich verarbeitet wird. Das faszinierte mich. Wir übertrugen das auf unsere Branche und bezogen Sichtwände und Türen mit dem Naturmaterial. Doch die Produkte kamen bei unseren Kunden nicht besonders gut an. So etwas gehört eben zu einem solchen Prozess dazu“, sagt der Geschäftsführer.

Von Lkw und Cabrio abgeschaut

Ein weiteres Beispiel für Cross Industry Innovation aus dem Hause Baufritz ist das Cabriodach. „Wir hatten lange nach einer Möglichkeit gesucht, einen Balkon im Sommer wie im Winter und bei schlechtem Wetter länger nutzbar zu machen“, erzählt Holl. Die erste Lösung: Ein den Schiebewänden bei Lkw nachempfundener Mechanismus, der eine Loggia im Dach mittels wetterfester Bespannung schützt. Das war eine gute einfache Lösung, das Ziel war aber etwas Höherwertiges. Dann hatte man die Idee mit dem Cabriodach, das Komfort und Funktionalität ideal miteinander verbindet. „So ermöglicht die Dachloggia mit dem hydraulikbetriebenen und verglasten Hebedach zu jeder Tages-, Nacht- und Jahreszeit, dem Himmel ein Stück näher zu sein“, sagt Holl. Als positiver Nebeneffekt wird nicht nur das Sonnenbrandrisiko, sondern auch der Pollen- und Staubeintrag gegenüber einer klassischen Balkonlösung deutlich reduziert. Zudem ist man hier sichtgeschützt. „Beim ökologischen Bauen geht es um weit mehr als nur die Dämmung. Die Heizung und die autarke Energieversorgung sind große Themen, bei denen es in Zukunft weitere Anknüpfungspunkte für Cross Industry Innovations geben wird“, hebt Holl abschließend hervor. -hf

Tipp: Lesen Sie mir über das Thema Cross Industry Innovation in der Februar-Ausgabe der News.