Aktuelles
20. Oktober 2014

Landespreis wirkt über Preisverleihung hinaus

Mehr als 4.000 Unternehmen haben sich in den vergangenen 14 Jahren um den Landespreis für junge Unternehmen beworben, von Kleinbrauereien über traditionelle Handwerksunternehmen bis zum High-Tech-Unternehmen. Doch was bringt sie dazu, sich den Mühen der Bewerbung zu unterziehen? Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, hat eine Erklärung: „Die Auseinandersetzung mit den eigenen Zahlen und Zielen, die bei der Bewerbung stattfinden muss, hilft dabei, sich selbst gegenüber die kritische Außenperspektive einzunehmen“, sagt er.

Bestätigung für das eigene Konzept

Dem stimmt Daniela Eberspächer-Roth zu, die gemeinsam mit ihrem Mann, Manfred Roth, die Profilmetall-Gruppe, ein Familienunternehmen, führt. „Als wir uns 2010 um den Landespreis beworben haben, war das der erste Wettbewerb, an dem wir teilgenommen haben. Wir sahen es als eine Möglichkeit an, unser Konzept auf den Prüfstand zu stellen. Wir wollten eine Benchmark haben.“ Überzeugt hat das Unternehmerpaar, dass es beim Landespreis nicht nur um die wirtschaftliche Erfolg der Unternehmen geht, sondern auch um gesellschaftliche und soziale Verantwortung, denn „das ist uns eine Herzensangelegenheit und gehört zu einem Familienunternehmen“, sagt das Unternehmerpaar, das das Hirrlinger Familienunternehmen 1999 übernommen hat. „Seit zehn Jahren unterstützen wir den Verein Prisma, der das Seehaus, ein Modellprojekt für den Jugendstrafvollzug in freien Formen, in Leonberg betreibt.“

Übernahme mit neuem Geschäftsmodell

Profilmetall hat seit der Übernahme durch Eberspächer-Roth und ihren Mann eine rasante Entwicklung genommen. Übernommen hatten die beiden Unternehmer einen abhängigen Lohnprofilierer, der hauptsächlich für den Bau arbeitete. In wenigen Jahren bauten sie den Betrieb zu einem gefragten Engineering-Partner, Werkzeug- und Profilieranlagenhersteller und Systemlieferanten, spezialisiert auf rollgeformte Profile auf. Das Leistungsspektrum umfasst die Entwicklung, Konstruktion und Herstellung individueller Profilierwerkzeuge und -anlagen in modularer Bauweise und Sondermaschinen für die Profilfertigung sowie die Serienproduktion montagefertiger Profile im Kundenauftrag.

Mittlerweile integriert Profilmetall Verfahrenstechniken, die über die Umformtechnik hinausgehen wie Schweißen, Folie auftragen, Kunststoff einspritzen. Von Anfang an war es Ziel des Unternehmerpaars, das Leistungsspektrum des Unternehmens weiter zu ergänzen. Daher ist beiden die enge Zusammenarbeit mit Forschung und Hochschulen wichtig. Entscheidende Entwicklungsschritte waren die Übernahmen von zwei weiteren Familienunternehmen im Zuge von Nachfolgelösungen. 2013 erzielte die Gruppe mit 100 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von 13,5 Millionen Euro.

Plötzlich auf der Bühne

Eberspächer-Roth macht kein Geheimnis daraus, dass die Bewerbung für den Landespreis aufwändig war, aber: „Wir lernten sehr viel über unser eigenes Unternehmen. Wir mussten uns positionieren, diskutierten in Teams, sprachen mit Kunden und Lieferanten. Wir wollten sicher sein, dass wir die Unternehmensentwicklung nicht nur unter unserem eigenen Blickwinkel sehen“, sagt die Unternehmerin. „Als wir dann plötzlich mit dem ersten Preis auf dem Podium standen, konnten wir es gar nicht fassen. Das hatten wir nicht erwartet. Es war wunderbar zu sehen, dass unser Konzept gut und darstellbar war, vor allem so kurz nach der Krise. Der Preis war für uns die Bestätigung für eine zukunftsfähige Strategie.“

Der Preis wirkte und wirkt nach. „Natürlich suchen unsere Kunden in erster Linie jemand, der ihre Probleme löst, aber sie haben durchaus wahrgenommen, dass wir diesen Preis erhalten haben“, sagt Eberspächer-Roth. „Unser Bekanntheitsgrad ist gestiegen, nicht nur bei potenziellen Kunden, sondern auch als attraktiver Arbeitgeber.“ Das Preisgeld von 40.000 Euro wurde natürlich in innovative Verfahrenstechnologie investiert und die Mitarbeiter erhielten Sportjacken mit dem Aufdruck „1. Landespreis-Träger 2010“. Das Fazit der Unternehmerin: „Die Bewerbung war eine Herausforderung. Die Ausschreibung war sehr gut, die Auswahl seriös und mehrstufig. Wir hatten zwei Präsentationen mit je 20 Minuten und mussten viele Fragen beantworten. Für uns am wichtigsten war, dass uns das Verfahren intern sehr viel weiterbrachte.“

Tipp: Die Bewerbungsfrist für den Landespreis für junge Unternehmen 2014 läuft noch bis zum 11. April 2014. Teilnehmen können Unternehmer, die ihre Firma nach dem 1. Januar 2003 gegründet oder übernommen haben. Mehr Informationen und die Bewerbungsunterlagen gibt es unter: