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18. Oktober 2014

Microsoft mottet Windows XP ein – der Countdown läuft

Vor 16 Jahren hat Microsoft mit der Entwicklung des Betriebssystems Windows XP begonnen, nun wird es eingemottet. Am 8. April wird die Versorgung der Software mit Sicherheits-Updates eingestellt. Dennoch sind bis heute, vier Wochen vor Ende des Supports, noch zahlreiche Geräte mit dem betagten Oldtimer in Betrieb – und könnten damit Angreifern bald schutzlos ausgeliefert sein. In Deutschland lief dem Analysedienst Statcounter zufolge der Oldtimer im Februar noch auf 11,9 Prozent aller Rechner.

Nicht mehr alltagstauglich

Allein schon wegen des Alters ist Windows XP nicht mehr alltagstauglich und ohnehin ein Sicherheitsrisiko. „Microsoft hat vor 16 Jahren mit der Entwicklung begonnen, zu der Zeit waren die Sicherheitsanforderungen komplett andere“, sagt Christian Illek, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland. Dennoch gehörte es bis zuletzt zu einem der populärsten Betriebssysteme überhaupt. Über die Risiken sollten sich Anwender jedoch klar sein und etwas tun, sagt Matthias Gärtner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das Ende des Supports komme ja nicht überraschend. „Das ist wie Weihnachten.“ Es gebe die Befürchtung, dass bereits gefundene Schwachstellen in der Software von Kriminellen derzeit noch bewusst zurückgehalten und erst nach Ende des Supports aktiv ausgenutzt würden, betont das BSI auf einer eigens eingerichteten Ratgeberseite.

Zahlreiche Unternehmen betroffen

Was Kriminelle noch in der Pipeline haben könnten, sei ungewiss, sagt auch Microsoft-Manager Oliver Gürtler. In Unternehmen vor allem aus dem Mittelstand könnte das Probleme bedeuten. Insgesamt schätzt Microsoft, dass bis zu 30 Prozent der insgesamt 60 Millionen Rechner in deutschen Unternehmen noch mit XP laufen. So seien zum Beispiel Attacken möglich, die von traditionellen Antiviren-Programmen gar nicht erkannt werden. Und die Zeit wird knapp: In vier Wochen könnten die Tore weit offen stehen. (Von Renate Grimming, dpa)