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5. November 2014

Freudenberg: Höchst zufrieden mit 2013

Im 165. Jahr seiner Geschichte präsentiert sich das international tätige Familienunternehmen Freudenberg erfolgreicher denn je. Im Geschäftsjahr 2013 hat der Technologiekonzern zum vierten Mal in Folge auf der bisherigen Konsolidierungsbasis mit 6.622,5 Millionen Euro einen neuen Höchstwert beim Umsatz erreicht. Der Anstieg beträgt 300,8 Millionen Euro und entspricht einer Steigerung von 4,8 Prozent. Nach den Effekten aus Akquisitionen und Desinvestitionen in Höhe von per Saldo 148,1 Millionen Euro und unter Berücksichtigung der Wechselkurseffekte lag der Umsatz um 5,4 Prozent oder 338,9 Millionen Euro über dem Vorjahr. Das Konzernergebnis betrug 401,5 Millionen Euro und basiert auf einer deutlichen Verbesserung des operativen Geschäfts im Vergleich zum Vorjahr (432,7 Millionen Euro), das einmalige Sondererträge enthielt. Zum 31. Dezember 2013 beschäftigte die Freudenberg Gruppe 39.897 Mitarbeiter, im Vorjahr waren es 37.453.

Neue Rechnungslegung

Die Entwicklungszahlen basieren auf der bisherigen Quotenkonsolidierung, denn Freudenberg verwendet diese weiter zur Steuerung der operativen Tätigkeiten, inklusive der Aktivitäten der 50:50 Joint Ventures. In der externen Rechnungslegung sind erstmalig die neuen Bilanzierungsstandards IFRS 10, 11 und 12 angewendet worden. Das bedeutet, dass die nicht beherrschten 50:50 Joint Ventures – also die Gemeinschaftsunternehmen, bei denen Freudenberg keine industrielle Führung hat – nicht mehr zu 50 Prozent in den Konzernabschluss einbezogen, sondern erstmals nach der Equity-Methode konsolidiert werden. Daraus ergeben sich wesentliche Veränderungen beim Umsatz, der Bilanzsumme, der Eigenkapitalquote und der Anzahl der Mitarbeiter.

Nach diesen Bilanzierungsregeln lag der Umsatz mit 5.646,1 Millionen Euro im Jahr 2013 geringfügig unter dem Niveau des Jahres 2012 (5.681,3 Millionen Euro), was auf den Einbezug von Vibracoustic vor der Einbringung in das Joint Venture „TrelleborgVibracoustic“ im Juli 2012 zurückzuführen ist. Ohne die zeitanteilige Einbeziehung von Vibracoustic ist der Umsatz nach der Equity-Methode um 6,7 Prozent von 5.291,4 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 5.646,1 Millionen Euro im Jahr 2013 gestiegen.

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) lag bei 457,3 Millionen Euro gegenüber 531,6 Millionen Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis betrug 398,8 Millionen Euro und basiert auf einer deutlichen Verbesserung des operativen Geschäfts im Vergleich zu 2012 (437,7 Millionen Euro), das einmalige hohe, sonstige Erträge enthielt – insbesondere aus der Einbringung der Geschäftsgruppe Vibracoustic in das Joint Venture „TrelleborgVibracoustic“.

„Freudenberg ist heute innovativer und erfolgreicher denn je“, sagte Dr. Mohsen Sohi, Sprecher des Vorstands der Freudenberg-Gruppe, bei der Bilanzpressekonferenz am 9. April in Weinheim. „Trotz konjunktureller Herausforderungen und negativer Einflüsse durch Währungskurse sind wir profitabel und nachhaltig gewachsen. Der Umsatz hat sich in nahezu allen Geschäftsfeldern erhöht.“ Dr. Ralf Krieger, Mitglied des Vorstands, sagte: „Die finanzielle Basis der Unternehmensgruppe wurde nochmals mit einem leichten Anstieg der Eigenkapitalquote gestärkt.“ Mit einer Eigenkapitalquote von 47,3 Prozent verfüge die Gruppe weiterhin über eine sehr gute, komfortable Eigenkapitalausstattung. Die Ratingagentur Moody´s beurteilt die Freudenberg Gruppe erstmals für die Freudenberg SE mit „Baa1“ und bestätigt den Ausblick mit „stabil“.

Werteorientiert und nachhaltig

Das Marktumfeld des Familienunternehmens bleibt nach Einschätzung des Vorstands weiter anspruchsvoll. Nach wie vor seien viele Länder mit erheblichen strukturellen Problemen konfrontiert. In diesem Umfeld behaupte sich Freudenberg eindrucksvoll. Der gute Auftragsbestand in allen Geschäftsfeldern habe zu einer zufriedenstellenden Geschäftsentwicklung in den ersten drei Monaten 2014 geführt. Im Euroraum, dem größten Absatzmarkt der Unternehmensgruppe, werde sich das Wirtschaftswachstum nur leicht verbessern. Deutschland werde sich gegenüber dem EU-Vergleich erneut überdurchschnittlich gut behaupten. In den USA rechnet der Vorstand mit positiven Zuwachsraten. Für die aufstrebenden Volks¬wirtschaften geht man nach wie vor von hohen Wachstumsraten aus, zum Teil aber im Vergleich zu den Vorjahren leicht rückläufig. Trotz der unterschiedlichen Prognosen in den einzelnen Regionen will Freudenberg stärker wachsen als der Markt. Dazu werden neue innovative Lösungen für die Kunden geboten und die Schlüsselprojekte im Unternehmen weiter vorangetrieben. „Für die Freudenberg Gruppe gehen wir von einem moderaten Wachstum bei Umsatz und Betriebsergebnis für das Geschäftsjahr 2014 aus“, sagte Mohsen Sohi. „Dabei wird die breite Diversifizierung unserer Produktpalette der Erfolgsfaktor sein.“

Um die Werteorientierung des Familienunternehmens sichtbarer zu machen, habe Freudenberg schon im Jahr 2013 Aktivitäten eingeleitet und Mitte Januar 2014 den „Global Compact“ der Vereinten Nationen unterzeichnet. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Vereinbarung mit derzeit rund 10.000 Mitgliedern – darunter mehr als 7.000 Unternehmen aus über 140 Ländern – die sich verpflichten, ihr Geschäft werteorientiert und nachhaltig zu führen. Die Prinzipien, die dem Global Compact zugrunde liegen, sind mit anderen Worten in den Leitsätzen der Unternehmensgruppe festgeschrieben. Es geht um zehn Grundsätze in den vier Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Antikorruption.

Vorstandschef Sohi äußerte sich auch zum Thema Fachkräfte. „Wir brauchen mehr Talente und es wird immer schwieriger, diese Talente zu finden“, sagte er. Viele junge Bewerber wüssten nicht, dass Freudenberg mit seinen 12 Teilkonzernen ein globales Unternehmen sei. Die Dachmarke des Familienunternehmens müsse daher sichtbarer und attraktiver werden. Dabei gehe es nicht darum, die anderen Marken wie etwa Vileda zu schwächen. Die meisten Markennamen sollten bestehen bleiben.