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13. Januar 2015

Baden-Württembergische Schulen starten Projekt „Unternehmerführerschein“

Das Zusatzzertifikat „Unternehmerführerschein“ erfreut sich an deutschen Schulen und im Ausland wachsender Beliebtheit. Im neuen Schuljahr wollen nun erstmals auch 16 Schulen in Baden-Württemberg den Führerschein systematisch einführen und damit ihren Schülern die Möglichkeit geben, dieses Zertifikat zur wirtschaftlichen Grundbildung als Zusatzqualifikation zu erwerben. Nach und nach soll das Zertifikat landesweit angeboten werden. Begleitet wird das Projekt von der Initiative für Existenzgründung und Unternehmensnachfolge „ifex“ sowie vom Steinbeis-Innovationszentrum Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim.

Lernen wie Wirtschaft funktioniert

Seinen Ursprung hat der Unternehmerführerschein in Österreich. Dort wurde er bereits 2007 eingeführt. Das Zertifizierungsverfahren ist in vier Module aufgeteilt, in denen Schülern ab dem 12. Lebensjahr wirtschaftliche Zusammenhänge näher gebracht werden. In Modul A geht es um grundlegendes Wirtschaftswissen, in Modul B um volkswirtschaftliche Themen wie den Staatshaushalt, Außenhandel oder den EU-Binnenmarkt. Im dritten Modul stehen betriebswirtschaftliche Fragen im Fokus, etwa wie man einen Businessplan aufstellt. Im Modul D, auch Start Up genannt, werden die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse vertieft. Themen sind hier unter anderem Einkommens- und Umsatzsteuer, Einnahmen-/Ausgaben-Rechnung, doppelte Buchführung, Personalkosten, Kostenrechnung sowie Finanzierung. Jedes Modul ist eine eigenständige und in sich abgeschlossene Einheit, die mit einer eigenen Prüfung abgeschlossen wird.
„Wir wollen das Zertifikat landesweit ausrollen, um das Gründerland Baden-Württemberg weiter zu beleben“, sagte Ifex-Leiter Prof. Peter Schäfer auf der Auftaktveranstaltung am 25. September zur Einführung des Unternehmerführerscheins. Dabei sollen alle Schularten zum Zuge kommen. Lehrerin Simone Beck hat bereits erste Erfahrungen an der Staufeneckschule gesammelt, einer Werkrealschule im Schulamtsbezirk Göppingen. Dort hatten Schüler im Wahlpflichtfach „Wirtschaft und Informationstechnik“ die Möglichkeit, das erste Modul des Unternehmerführerscheins zu absolvieren. „Das im Modul vermittelte Wissen ist für die ganzheitliche Berufsorientierung sehr wichtig, denn die Jugendlichen haben viel über wirtschaftliche Zusammenhänge gelernt“, unterstrich Beck bei der Vorstellung des Projekts.

Ein Gewinn für alle Beteiligten

Dr. Ernst Karner, einer der Hauptinitiatoren des Unternehmerführerscheins in Österreich, verschaffte den Teilnehmern eine umfassenden Überblick über den Aufbau des Zertifikats und hob die Vorzüge für alle Beteiligten hervor: „Die Schüler profitieren, weil sie mit dem Zusatzzertifikat bessere Jobchancen haben. Sie signalisieren so einem Arbeitgeber, dass sie sich über das normale Maß hinaus engagieren und dafür Zeit investieren. Die Schule profitiert, da die Zertifikate ein wirkungsvolles Mittel des Eigenmarketings sind: In Österreich sind Schulen, die das Zertifikat anbieten, sehr gefragt. So können sich diese Schulen gegenüber anderen besser positionieren. Und natürlich haben auch die Unternehmen etwas davon, wenn Bewerber bereits wissen, wie die Wirtschaft funktioniert.“ (-hf)

Weitere Informationen zum Unternehmerführerschein gibt es unter www.innocert.de.