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17. Februar 2015

90 Jahren Vollert

Seilbahnen, die das Meer überspannen, Mega-Hochregallager für 100.000 Tonnen Aluminium-Coils und die modernsten Betonfertigteilwerke der Welt – zahllose Projekte beweisen die immer wiederkehrende Innovationskraft von Vollert. 2015 feiert das Familienunternehmen sein 90-jähriges Bestehen und investiert mehr als vier Millionen Euro für künftige Herausforderungen und weiteres Wachstum.

Bewegende Momente gab es für den Anlagenspezialisten Vollert in den vergangenen Jahrzehnten viele – sie gehören praktisch zum Kerngeschäft. Als Generalunternehmer für Kunden auf allen Kontinenten entwickelt und fertigt das Weinsberger Familienunternehmen vollautomatisierte Betonfertigteilwerke, modernste Intralogistiksysteme für die Aluminium- und Metallindustrie, aber auch die weltweit technisch führenden Rangier- und Verladesysteme, beispielsweise für den Güterumschlag in Raffinerien oder in der chemischen Industrie.

Was 1925 als kleine Schlosserei begann, entwickelte sich rasch zum Automations-Spezialisten im Schwerlastbereich. Bereits in den 1930er-Jahren wurden die ersten von Vollert entwickelten Weinbergseilbahnen international zum Bestseller, mit weltweiten Anfragen von Amerika bis Ungarn. Später folgten daraus Kübel- und Materialseilbahnen in Kalk- und Sandsteinbrüchen für Nutzlasten bis 20 Tonnen. In Venezuela konzipierte Vollert in den 60er-Jahren eine Seilbahn mit dem damals weltweit längsten Stützenabstand von einem Kilometer.

Mit Gespür und technischem Know-how blickten die Ingenieure stets über den Tellerrand und trieben damit die Automation auch in neuen Branchen voran. Das Prinzip der Seilbahnen wurde in den 1950er-Jahren auf bodengeführte Seilzuganlagen übertragen und revolutionierte damit unter anderem die Holz- und Keramikindustrie. Sägewerke, Ziegeleien und Porzellanhersteller wie Villeroy&Boch stellten auf die Umlaufproduktion um. Später führte Vollert diese Technologie als erster Anbieter in der Betonfertigteilindustrie ein. Heute exportiert das Unternehmen wegweisende Anlagenkonzepte für Betonfertigteilwerke bis nach Neukaledonien im südlichen Pazifik.

Lösungen, die weiterbringen

Das Familienunternehmen wuchs stetig zum internationalen Generalunternehmer mit Niederlassungen in Asien, Russland und Südamerika. Ursprünglich von Hermann Vollert gegründet, gestaltet inzwischen die dritte Familiengeneration die erfolgreiche Unternehmensentwicklung. „Wir haben mit unseren Anlagen und Maschinenlösungen immer wieder unterschiedliche Industriezweige weiterentwickelt – und uns selbst damit kontinuierlich auch“, erklärt Geschäftsführer Hans-Jörg Vollert, der Enkel des Firmengründers. Als Vorreiter und Schrittmacher war Vollert immer der Wegbereiter neuer Technologien. Schon 1974 stellten die Entwickler den ersten vollautomatischen Rangier-Robot für Güterzüge mit abgasfreiem Batterieantrieb vor. Auf der InnoTrans 2014 präsentierten sie den ersten GreenTech-Robot mit Hybrid-Antrieb. Oft steckt die beste Lösung aber auch in kleinen Details: So verringern patentierte Aufhängungen in Schüttelstationen den Zementbedarf in Betonfertigteilwerken und selbst entwickelte Sicherheitslösungen in Regalbediengeräten und Kranen schützen vor Seilbruch bei Überbelastung.

Kunden in über 80 Ländern

Inzwischen gilt Vollert weltweit als Spezialist, wenn es um intelligente Materialfluss- und Lagersysteme in der Metall- und Aluminiumindustrie geht. Aber auch für die Betonfertigteilindustrie gehört das Familienunternehmen mit über 350 realisierten Betonfertigteilwerken zu den weltweit gefragten Technologie- und Innovationsführern. Die zahlreichen Kunden kommen aus mehr als 80 Ländern, darunter bekannte Konzerne wie Daimler, Liebherr, Hydro, Aleris, APT, SSAB, Terex, Esso, BASF, STRABAG, Kemmler und Laing O´Rourke. Unter der BMW-Welt in München sorgt ein vollautomatisches Hochregallager von Vollert für den Nachschub an Neufahrzeugen, im Gotthard-Tunnel werden Eisenbahnschwellen aus Beton verlegt, die auf Vollert-Anlagen gefertigt wurden, und in China entstehen derzeit die größten Coil-Hochregallager der Welt. Die Ingenieure entwickeln flurfreie
Großteillackieranlagen für Bagger- und Kranteile bis 50 Tonnen Gewicht und Automatikkrane, die selbst 260 Tonnen wiegen.

Investieren für die Zukunft „made in Germany“

Wo immer schwere Lasten vollautomatisch bewegt, gelagert oder transportiert werden müssen, finden die Ingenieure eine Lösung. „Es gibt eigentlich nichts, was nicht geht – es lohnt immer, darüber nachzudenken. Wir achten aber gleichzeitig auf eine wirtschaftliche und effiziente Lösung“, so Hans-Jörg Vollert. „Aktuell sind wir in der Metall-, Aluminium- und Betonfertigteilbranche sehr gut aufgestellt, doch wer weiß, was noch kommen wird. Gerade das ist das Spannende an unseren Projekten und Lösungen.“ Auch im Jubiläumsjahr wird deshalb wieder kräftig investiert: Ein neues Bohrzentrum, eine erweiterte Außenlagerfläche sowie der Bau neuer Büroflächen und großzügiger Besucherbereiche stehen an. Denn trotz eigener Niederlassungen in Russland, Südamerika, Indien und China setzen die Weinsberger auf die Entwicklung und Fertigung der hochwertigen Anlagen in Deutschland. „‚Made in Germany‘ ist für uns und viele unserer Kunden ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Dieses Know-how wollen wir am Standort auch weiterhin erhalten“, betont der Unternehmer.