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15. Februar 2015

Familienunternehmen schaffen Arbeitsplätze im In- und Ausland

Eine neue Studie im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen, die vierte zur volkswirtschaftlichen Bedeutung von Familienunternehmen, zeigt, dass die großen Familienunternehmen im Vergleich mit DAX-Unternehmen Arbeitsplätze schaffen und robuster durch Krisen kommen.

Im Auftrag der Stiftung haben das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und das Institut für Mittelstandsforschung die Entwicklung der letzten Jahre unter die Lupe genommen. Gegenstand der Untersuchung waren die 500 größten Familienunternehmen und 27 DAX-Konzerne. Drei DAX-Unternehmen (Beiersdorf, Henkel, Merck) wurden ausgespart, weil sie familiendominierte Aktiengesellschaften sind.

Nach den Studienergebnissen ist der Beitrag der 500 größten Familienunternehmen zur Beschäftigung ist zwischen 2010 und 2012 weiter gewachsen. Die Zahl ihrer Arbeitsplätze nahm in diesem Zeitraum um 4,1 Prozent im Inland und um 5,5 Prozent weltweit zu. Bei den nicht-familiengeführten DAX-Unternehmen schrumpfte dagegen im gleichen Zeitraum die Inlandsbeschäftigung um 1,4 Prozent. Weltweit nahm sie um 3,4 Prozent zu.

Familienunternehmen kommen besser durch Krisen

„Die großen Familienunternehmen haben sich wie bereits in der Finanzkrise auch während der folgenden Eurokrise als robuster Motor der deutschen Konjunktur erwiesen. Sie stellen einen besonders krisenfesten Unternehmenstypus dar“, erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Brun-Hagen Hennerkes, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Familienunternehmen, anlässlich der Veröffentlichung der Studie. „Wir verlangen schon seit einigen Jahren, dass Familienunternehmen als politisches Leitbild – sozusagen als unternehmerische Leitkultur – an die Stelle der Großkonzerne im Streubesitz treten“, sagte er weiter. Die Familienunternehmen seien fest im Regionalen verwurzelt. Gleichzeitig sei bei ihnen auf Grund der Eigentümerstruktur die Nachhaltigkeit im Nachfolgeprozess gesichert.

Die Arbeitsplätze der 500 größten Familienunternehmen befinden sich anders als bei den 27 nicht-familiengeführten DAX-Firmen vorwiegend im Inland. 71 Prozent ihrer Beschäftigten, insgesamt 3,29 Millionen Menschen, arbeiten in Deutschland. Bei der Vergleichsgruppe der DAX-Unternehmen sind es lediglich 38 Prozent, was 1,38 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten entspricht. Diese Zahlen unterstreichen die Rolle der DAX-Konzerne als „Global Player“, während die großen Familienunternehmen wegen ihrer globalen Aktivitäten immer noch Treiber der Beschäftigung im Inland sind.

Mit 91 Prozent (2010: 92 Prozent) aller Unternehmen in Deutschland ist der Unternehmenstypus „Familienunternehmen“ die vorherrschende Unternehmensform. Eine ähnliche Entwicklung findet sich bei Umsatz und Beschäftigung: Die Familienunternehmen aller Größenklassen stehen für 56 Prozent der Beschäftigten in Deutschland und 48 Prozent der Umsätze. Sie erwirtschafteten die Hälfte des BIP in Deutschland (1.087 Millionen Euro).

www.familienunternehmen.de