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21. Februar 2015

Weniger Pleiten: Unternehmensinsolvenzen sinken auf 15-Jahres-Tief

Prokon, Metz, Weltbild: 2014 war für einige bekannte Unternehmen ein Pleitejahr. Insgesamt ist die Zahl der Firmeninsolvenzen aber deutlich gesunken – auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren. 2015 dürfte die Wirtschaftsflaute jedoch Spuren hinterlassen.

Dank der stabilen Konjunktur und der Rekordbeschäftigung sind in diesem Jahr erneut weniger Unternehmen in die Pleite gerutscht. Dabei sank die Zahl der Firmeninsolvenzen um 8,9 Prozent auf 23.800 und damit auf das niedrigste Niveau seit Einführung der Insolvenzordnung vor 15 Jahren, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Schon im kommenden Jahr dürfte die Gesamtzahl der Pleiten nach Einschätzung von Creditreform aber erstmals seit 2010 wieder steigen. Begünstigt wurde der fünfte Rückgang der Unternehmensinsolvenzen in Folge nach den Angaben durch einen vergleichsweise einfachen Zugang zu Finanzmitteln samt niedriger Zinsen, die positive Ertragssituation im Mittelstand sowie die weitgehend stabile Konjunktur. „Geopolitische Risiken der zurückliegenden Monate wie der Ukraine-Konflikt und das Embargo haben bislang keinen Niederschlag in der Insolvenzentwicklung einzelner Branchen gefunden“, sagte Creditreform-Aufsichtsrat Helmut Rödl. Allerdings mussten einige bekannte Unternehmen Insolvenz anmelden, darunter die Verlagsgruppe Weltbild mit 6.800 Beschäftigten, der Windpark-Finanzierer Prokon oder der TV-Hersteller Metz. Insgesamt waren durch Unternehmensinsolvenzen 264.000 Arbeitsplätze betroffen – 7,4 Prozent weniger als 2013.

Für das kommende Jahr sind die Experten weniger zuversichtlich. Wegen der mauen Konjunkturaussichten – und dem schwachen Sommerhalbjahr – rechnen sie mit einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen auf bis zu 25.000. (dpa)