Aktuelles
10. März 2015

Familienunternehmer besorgt wegen Griechenland

Für den Verband „Die Familienunternehmer“ sind die diversen Äußerungen zu einem möglichen Austritt Griechenlands sechs Jahre nach Ausbruch der Euro-Krise eine Scheindebatte. Verbandspräsident Lutz Goebel sagt: „Nachdem fast alle privaten Investoren in Griechenland durch öffentliche Gläubiger ausgetauscht wurden, wird der „Grexit“ nun als verkraftbar eingestuft. Die Wahrheit ist, dass das Geld der deutschen und europäischen Steuerzahler bei einem Schuldenstand Griechenlands von 175 Prozent des BIP niemals zurückgezahlt werden wird. Vor fünf Jahren haben sich die Staatschefs der Eurozone erpressbar gemacht, als sie mit einem Vertragsbruch den Bail-out Griechenlands auf Druck von Investoren vereinbart haben. Das Abrücken von der Schuldeneigenverantwortung lässt jetzt ganz Europa erstarren, wenn es zu einer riskanten Neuwahl in einem Mitgliedsland kommt, dessen Wirtschaftskraft nicht einmal zwei Prozent der gesamten Eurozone beträgt.“

Goebel weiter: „Die Einschätzung, dass die Eurozone inzwischen geeignete Instrumente zur Krisenbewältigung an der Hand hätte, täuscht. Zentrale Themen wie ein Insolvenzverfahren für Eurostaaten oder die vertragliche Möglichkeit für den Ausschluss eines Landes aus der Eurozone sind nicht angepackt worden. Auch an das heiße Eisen, dass Staatanleihen bei Finanzinstituten und Banken mit Eigenkapital zu unterlegen sind, hat man sich nicht herangetraut.“