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24. März 2015

Guido Wolf beim Wirtschaftsrat in Stuttgart

Der Neujahrsempfang des Wirtschaftsrats der CDU am 20. Januar in der BMW-Niederlassung Stuttgart lockte Familienunternehmer, Führungskräfte und Politiker dieses Mal gleich mit zwei interessanten Gästen: Guido Wolf, MdL, Präsident des Landtags von Baden-Württemberg und CDU-Spitzenkandidat für das Amt des baden-württembergischen Ministerpräsidenten 2016, und Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther.

Gastgeber Erwin Mayer, Leiter der BMW-Niederlassung Stuttgart, konnte sich dementsprechend über ein volles Haus freuen. Für die Niederlassung sei 2014 ein überaus erfolgreiches Jahr gewesen, sagte Mayer und lobte sein Team, das diesen Erfolg erst möglich gemacht habe. Anschließend begrüßte Joachim Rudolf, Sprecher der Sektion Stuttgart und stellvertretender Landesvorsitzender des Wirtschaftsrats Landesverband Baden-Württemberg, die Gäste. Rudolf forderte, der Brückenschlag zwischen Politik und Wirtschaft müsse wieder besser werden. „Wir brauchen in Baden-Württemberg eine Landesregierung mit starker Führung, verlässliche Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und weniger Bürokratie“, sagte er.

„Die Wirtschaft ist unser Schicksal“

Guido Wolf legte im Gespräch mit Dr. Ulrich Zeitel, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrats Landesverband Baden-Württemberg und Präsidiumsmitglied, seine Auffassung von Wirtschaftspolitik dar. Auch wenn es teilweise ein Heimspiel für den CDU-Kandidaten war, bot es den Gästen doch eine Möglichkeit, einen Mann besser kennenzulernen, der vor seiner Nominierung nur selten im Fokus der Öffentlichkeit gestanden hatte. Wolf sagte: „Die Wirtschaft ist unser Schicksal, denn sie schafft die Grundalge für Sicherheit und Wohlstand, sozialen und ökologischen Fortschritt.“

Er kritisierte die Zusammenlegung von Finanz- und Wirtschaftsministerium unter der rot-grünen Landesregierung und stellte im Falle seiner Wahl ein eigenes Wirtschaftsministerium in Aussicht. Die Zusammenlegung sei wohl eher der „Augenhöhe unter den Koalitionspartnern“ geschuldet gewesen. Es sei nicht gut, dass sich die Wirtschaft den Finanzen unterordnen müsse. „Wir sind ein Land, das in die Zukunft investiert, nicht ein Land der Bedenkenträger“, sagte Wolf. „Wir müssen unsere Marken in Zukunftsbranchen setzen.“ Als Beispiel nannte er die Digitalisierung, die „wir nicht verschlafen dürfen wie den mp3-Player“. Glasfaserkabel dürften nicht die Ausnahme bleiben und die Gesetzgebung müsse mit dem gesellschaftlichen Wandel Schritt halten und ihm nicht entgegenstehen.

„Wir brauchen eine europäische Energiestrategie“

Die Energiewende sei längst nicht geschafft, sagte Wolf. Es sei nicht gelungen, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, weder im Bund noch im Land. Niemand wolle Atomkraftwerke zurück, aber man könne auch nicht nur auf Windenergie setzen. „Wir brauchen eine europäische Strategie“, sagte der Politiker. „Und natürlich brauchen wir Stromtrassen. Wir sind bei Stromspeichern viel zu wenig ambitioniert. Hier ist der Gesetzgeber gefordert. Die Politik muss ganz klar sagen: ‚Den geräuschlosen, unsichtbaren Strom gibt es nicht‘.“ Ab 2017 fehle Energie und man müsse gemeinsam nach Lösungen suchen, doch die Politik suche Lösungen viel zu oft hinter geschlossenen Türen.

Das gelte generell auch für die Kommunikation mit der Wirtschaft, gab Wolf zu. „Ein Regierungsprogramm darf nicht in einem kleinen Zirkel entwickelt werden, sondern muss im Austausch mit den Betroffenen entstehen. Die Wirtschaft braucht eine eigene Zuständigkeit. Die Politik muss Impulse aus der Wirtschaft erhalten. Begleiten Sie mich in meiner Arbeit und zeigen Sie mir die Möglichkeiten, die ungenutzt bleiben“, forderte Wolf seine Zuhörer auf.

Worauf es bei der Arbeit ankommt

„Die beste Politik und Wirtschaft nützt nichts, wenn man die Menschen nicht erreicht“, nahm Prof. Dr. Gerald Hüther den Faden auf. Er zeigte anhand neuer Erkenntnisse aus der Hirnforschung, dass wir uns selbst daran hindern, unser ganzes Potenzial zu entfalten. „Unternehmen verlangen heute von ihren Mitarbeitern Kreativität, Verantwortung und Engagement“, sagte Prof. Hüther. „Break-through-Innovationen geschehen jedoch nur, wenn man sich mit seiner Arbeit identifiziert, sich eine Aufgabe zur eigenen macht. Das kann man weder mit Incentives noch mit einem höheren Gehalt oder Sanktionen erreichen, sondern nur durch positive Erfahrungen.“ Führungskräfte müssten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, neue, gute Erfahrungen zu machen, um negative und die daraus resultierende negative Haltung zu ersetzen. „Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter einladen, neue Erfahrungen zu machen, sie ermutigen und inspirieren“, empfahl Prof. Hüther.

Das sei nicht immer einfach. „Führungskräfte brauchen den Mut, an den Erfolg des anderen zu glauben. Wenn es gelingt, Mitarbeiter zu inspirieren, springt der Funke über, der andere begeistert“, sagte der Hirnforscher. „Dann hat der große Macher ausgedient und alle können die Lust an der eigenen Leistung entdecken und ihr volles Potenzial entfalten.“

Tipp: Mehr über den Vortrag von Prof. Dr. Gerald Hüther lesen Sie auf dieser Seite hier.