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29. April 2015

Unternehmenspleiten weiter gesunken

Dank der Konjunkturerholung und des stabilen Arbeitsmarkts sind im vergangenen Jahr erneut weniger Unternehmen in die Pleite gerutscht. Die Zahl der Firmenzusammenbrüche sank auf den niedrigsten Stand seit Einführung der neuen Insolvenzordnung vor 15 Jahren, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Für dieses Jahr sind Experten allerdings weniger zuversichtlich. Die deutschen Amtsgerichte meldeten nach Angaben der Wiesbadener Behörde für das vergangene Jahr 24.085 Unternehmenspleiten. Das waren 7,3 Prozent weniger als 2013. Zuletzt waren die Firmeninsolvenzen im Krisenjahr 2009 gestiegen.
Der mögliche Schaden aus Firmenzusammenbrüchen fiel geringer aus als im Vorjahr, trotz Insolvenzen einiger größerer Unternehmen wie der Verlagsgruppe Weltbild, des Windpark-Finanzierers Prokon oder des TV-Herstellers Metz. Im Feuer stehen Forderungen der Gläubiger in Höhe von insgesamt 25,2 Milliarden Euro nach 28,1 Milliarden im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Forderungshöhe je beantragter Unternehmensinsolvenz lag dem Bundesamt zufolge bei rund 1,05 Millionen Euro. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform geht allerdings davon aus, dass die Zahl der Firmenpleiten in diesem Jahr stagniert oder sogar leicht steigt. „Eine weitere Besserung erwarten wir nicht“, bekräftigte Michael Bretz, Leiter Wirtschaftsforschung, auf Anfrage frühere Prognosen. Die Skepsis der Unternehmen, insbesondere des Mittelstands, sei wegen geopolitischer Krisen gestiegen. Das könne die Investitionen dämpfen. Auch der Kreditversicherers Euler Hermes hatte zuletzt einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen vorausgesagt. Ein Grund sei die gesunkene Zahlungsmoral. (dpa)