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30. Juni 2015

Grundsteinlegung für neue Lapp-Europazentrale

Am 30. Juni wurde bei Lapp Kabel in Vaihingen-Möhringen gleich zweifach gefeiert: Der Grundstein für die neue Europazentrale des Familienunternehmens wurde gelegt und Siegbert Lapp, Aufsichtsratsvorsitzender der Lapp Holding AG, feierte Geburtstag.

„Die heutige Grundsteinlegung ist für uns der sichtbare Anfang eines neuen Kapitels in unserer Firmengeschichte“, sagte Siegbert Lapp vor einigen hundert Gästen. „Die U.I. Lapp GmbH ist ein modernes, dynamisches Unternehmen und wir wollen weiter wachsen. Der Neubau bietet uns neue Möglichkeiten, um unsere Stärken noch besser zu bündeln.“ Gleichzeitig sei die Investition ein Bekenntnis zum Standort Stuttgart, auch wenn man sich eine bessere Infrastruktur und mehr Grün für das Industriegebiet wünsche. Mit dem neuen Gebäude mache man jetzt zumindest was das Grün anbelange, selbst einen Anfang.

Viel Grün und ökologisch

Vor den beiden L-förmig angeordneten Gebäuden werde es einen kleinen Park mit Bäumen und frischem Grün geben – den Ölflex-Brunnengarten, versprach Siegbert Lapp. Zwischen den beiden Gebäudeflügeln bildet ein gläsernes Atrium eine lichte Verbindung. Das Erdgeschoss mit Atrium ist für übergeordnete Nutzungen vorgesehen, mit einem großzügigen Foyer, Rezeption sowie Ausstellungsflächen und Konferenzbereichen. Die Gesamtnutzfläche beträgt 8.340 Quadratmeter. Rund 400 Mitarbeiter sollen in der neuen Europazentrale einmal arbeiten. Laut Petra Kimmerle, verantwortliche Projektleiterin der Lapp Immobilien GmbH liegen die Bauarbeiten völlig im Zeitplan. Ende 2016 soll alles fertig sein. Die Investitionssumme liegt bei gut 20 Millionen Euro. Gebaut wird nach den neuesten ökologischen Erkenntnissen. Die Anforderungswerte der neuen Energiesparverordnung werden sogar um 20 Prozent unterschritten. Für Heizung und Kühlung des Gebäudes wir Erdwärme genutzt.

Glücksfall für das Land

Die Gratulanten zur Grundsteinlegung waren zahlreich. Dr. Nils Schmid, stellvertretender baden-württembergischer Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft und Finanzen, Michael Föll, Erster Bürgermeister der Stadt Stuttgart und Thomas Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart, überbrachten nicht nur Glückwünsche, sondern jede Menge Lob für das 1959 gegründete Familienunternehmen. Schmid sagte: „Lapp ist ein Glücksfall für das Land“ und er versprach: „Familienunternehmen sollen auch in Zukunft Familienunternehmen bleiben können.“ Föll sagte, Lapp gehöre „zum wirtschaftlichen Markenkern Stuttgarts“ wie Daimler, Porsche, Bosch und Mahle. Der Erste Bürgermeister wandte sich direkt an Ursula Ida Lapp und sagte: „Sie haben mir einmal erzählt, wie Sie das Unternehmen mit Ihrem Mann zusammen aus kleinsten Anfängen aufgebaut haben. Sie haben immer unternehmerische Kraft, Mut und Weitsicht bewiesen. Wir sind alle stolz auf Sie.“ Und er versprach, die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets als Aufgabe mitzunehmen. Immerhin würde Lapp mit der Verlängerung der Stadtbahn U12 eine eigene Stadtbahnhaltestelle bekommen. Föll lobte das außergewöhnliche Engagement der Familie Lapp, die weit über das Normale hinausgehe. „Die Treue zum Standort ist tief in Ihren Herzen verwurzelt“, sagte er. Er erwähnte das Bürgerhaus in Möhringen, das Engagement des Unternehmens für Betriebskitas, das von Andreas Lapp organisierte indische Filmfestival und die Oskar-Lapp-Halle. Auch Bopp lobte die Standorttreue und das gesellschaftliche Engagement von Lapp und nannte den Neubau „einen wichtigen Baustein für die wirtschaftliche Zukunft der Region.“

Dankeschön einer starken Frau

Bevor es an die eigentliche Grundsteinlegung ging, trat Ursula Ida Lapp, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Mann Oskar gegründet hat, ans Mikrofon. In einer berührenden Ansprache dankte die 85-Jährige Gott für den Erfolg, den er ihr und ihrem Unternehmen gegönnt habe. Sie hoffe, dass für den Bau gute Materialien verwendet würden, sodass die neue Europazentrale standfest sei und sich die Mitarbeiter darin wohlfühlten. Sie dankte ihren Söhnen, Schwiegertöchtern und Enkeln dafür, dass sie an einem Strang zögen und sich immer für das Unternehmen entschieden hätten, auch wenn es nicht immer leicht sei. Es sei nicht selbstverständlich, dass die Kinder das Werk der Eltern fortführten. Die Unternehmerin vergaß auch ihre Kunden nicht, die ihr immer die Treue gehalten hätten und sie hoffe, dass das auch weiterhin geschehe. „Unsere Kunden sind das Wichtigste“, sagte sie. „Von ihnen sind wir abhängig.“

Kabel-Potpourri im Grundstein

Schließlich ging es mit viel Gelächter, Maurerkellen und Hämmern an die eigentliche Grundsteinlegung. Wenn jemand in 100 oder 1.000 Jahren die im Grundstein verborgene Kassette öffnet, wird er darin die Baupläne und die Baugenehmigung inklusive Foto für die Europazentrale finden, ein paar Euromünzen, eine Tageszeitung vom 30. Juni 2015, eine Firmenbroschüre, den aktuellen Geschäftsbericht und ein Kabel-Potpourri. Nachdem der Grundstein mitsamt Kassette verschlossen worden war, wurde gefeiert. Um mit dem Spross einer anderen berühmten Marke aus der Region zu sprechen: „Lange schallt’s im Zelte noch: Lapp lebe hoch.“ (-ap)