Aktuelles
12. Juli 2015

Studie: Industrieller Mittelstand rüstet digital auf

Jedes dritte Unternehmen im industriellen Mittelstand setzt neue Technologien verstärkt für den Absatz und Vertrieb ein. Dazu investierten sie 2014 in Deutschland durchschnittlich über vier Prozent ihres Investitionsvolumens für den Ausbau digitaler Techniken. Das zeigt das aktuelle BDI/PwC-Mittelstandspanel, für das 914 deutsche Unternehmen befragt wurden. Allerdings verfügt nur jedes fünfte Unternehmen über einen digitalisierten Produktionsbereich – darunter vor allem größere, exportorientierte Unternehmen.

Anschluss nicht verpassen

„Die Digitalisierung ist auf der Agenda des Mittelstands angekommen, das zeigen die Investitionsbereitschaft und die Nutzung digitaler Technologien im Vertrieb. Diese ist oft der Anfangspunkt der Digitalisierung eines Unternehmens. Wir sehen aber auch, dass gerade kleine Unternehmen noch sehr zurückhaltend mit dem Thema umgehen“, sagte Peter Bartels, Vorstand und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC, bei der Vorstellung des Studienergebnisse. Rund ein Viertel der befragten Unternehmen sehen die Digitalisierung laut Befragung für sich gar als „nicht relevant“. Im Hinblick auf die nächsten fünf Jahre hält jedes zehnte Unternehmen die Digitalisierung für die eigene Wettbewerbsfähigkeit für bedeutungslos, weitere 16 Prozent unterstellen eine nur geringe Bedeutung. Hans-Toni Junius, Vorsitzender des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses: „Wer heute den digitalen Wandel nicht mitgeht, der bringt sich um die Marktchancen von morgen. Die Konkurrenz schläft nicht. Das gilt insbesondere für die Digitalisierung. Der Mittelstand darf den Anschluss nicht verpassen.“

Regionale Unterschiede

Die Studie zeigt deutliche regionale Unterschiede: So ist im Westen der Anteil der Unternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad am größten (37 Prozent). In Ostdeutschland ist hingegen nur rund jedes vierte Industrieunternehmen (23 Prozent) stark digitalisiert. Auch im Süden der Republik gibt es Nachholbedarf: In Bayern und Baden-Württemberg weisen lediglich 21 Prozent der Unternehmen einen hohen Digitalisierungsgrad auf. In diesen Bundesländern liegt jedoch der Anteil der kaum digitalisierten Unternehmen mit 23 Prozent sehr niedrig. Somit rangiert Süddeutschland insgesamt auf dem dritten Platz hinter West- und Norddeutschland. Schlusslicht ist Ostdeutschland.

Hier kann die Studie kostenlos heruntergeladen werden.

Tipp: Im Titelthema der Juli/August-Ausgabe von DIE NEWS (erscheint am 16. Juli) dreht sich alles um den digitalen Wandel.