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17. September 2015

Strenesse-Vorstand und Gründerfamilie auf Konfrontationskurs

Die Wogen beim angeschlagenen Modehersteller Strenesse schlagen anscheinend hoch. Laut „Spiegel Online“ ist es zum Bruch zwischen der Gründerfamilie Strehle und Krisenmanager Michael Pluta gekommen. Wie das Online-Magazin berichtete, habe der aus Mitgliedern der Familie bestehende Aufsichtsrat den Sanierungsexperten heute (18. September) als Vorstand abberufen wollen.

Ein Sprecher des Familienunternehmens aus Nördlingen bestätigte, dass es einen solchen Beschluss gebe, die Abberufung sei aber nicht wirksam. Da sich Strenesse im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung befinde, könne die Eigentümerfamilie ohne den vom Gericht eingesetzten Sachwalter darüber nicht entscheiden, sagte Plutas Sprecher Patrick Sutter. Sachwalter Jörg Nerlich habe dem Beschluss nicht zugestimmt.

Nach „Spiegel Online“ befürchtet die Familie Strehle, Pluta könnte Strenesse an Investoren verkaufen, die das Unternehmen nicht fortführen wollen. Dem widersprach Sutter: „Eine Zerschlagung ist nicht angedacht.“ Das Unternehmen befinde sich hingegen in Verhandlungen mit einem Interessenten, der ein langjähriges Fortführungskonzept vorgelegt hat.

Der hoch verschuldete Designermode-Anbieter hatte 2014 Insolvenz angemeldet. Unter der Halbjahresbilanz 2014/15 (30. Juni) standen zwar wieder schwarze Zahlen, doch die Umsätze des Unternehmens mit zuletzt noch rund 250 Beschäftigten beliefen sich nur noch auf knapp 20 Millionen Euro. (dpa)