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12. Oktober 2015

Wegen Mindestlohn: Nussknacker-Hersteller meldet Insolvenz an

Einer der größten Hersteller von Nussknacker-Figuren in Deutschland hat wegen gestiegener Kosten durch den Mindestlohn Insolvenz angemeldet. Das mehr als 200 Jahre alte Unternehmen Steinbach aus Hohenhameln (Landkreis Peine) – bisher spezialisiert vor allem auf Exporte in die USA – habe zuletzt um 27 Prozent gestiegene Personalkosten schultern müssen, zitierte die „Hildesheimer Allgemeine Zeitung“ (Samstag) Geschäftsführerin Karla Steinbach. Betroffen sind dem Bericht zufolge rund 120 Mitarbeiter in Hohenhameln sowie in Marienberg im Erzgebirge.

Für das Familienunternehmen sei der Mindestlohn zu schnell eingeführt worden, sagte Steinbach. Vorher hätten die meisten Mitarbeiter zwischen 5,50 und 6,50 Euro pro Stunde bekommen. Das Unternehmen habe versucht, wie andere Branchen mehr Zeit für die Einführung der Lohnuntergrenze oder alternativ Zuschüsse für eine Übergangszeit zu bekommen. Damit habe man aber keinen Erfolg gehabt.

Steinbach stellt in Handarbeit Holzspielzeug und Nussknacker-Figuren her – lange Zeit nur im Erzgebirge, nach dem Krieg dann in Hohenhameln. Zu den Kunden zählen in einem hohen Umfang Sammler, rund 80 Prozent des Geschäfts machte das Familienunternehmen zuletzt in den USA. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Manuel Sack aus Hannover bestellt. Der entsprechende Antrag ging beim Amtsgericht Gifhorn ein. (dpa)