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10. Dezember 2015

Demografie: Bei vielen Familienunternehmen besteht noch Nachholbedarf

Das Gros der Familienunternehmen ist sich der Risiken des demografischen Wandels zwar bewusst, kennt aber nicht die genauen Auswirkungen auf den eigenen Betrieb. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie „In den Startlöchern – wie sich Familienunternehmen auf den demografischen Wandel vorbereiten“ des Dortmunder Kienbaum Instituts. Für die Untersuchung wurden 91 Familienunternehmen befragt.

Vier von zehn der befragten Firmen (38 Prozent) sind laut der Studie gut über die Risiken des demografischen Wandels informiert und kennen auch die Auswirkungen auf ihr Unternehmen. Ein kleinerer Teil der Betriebe (16 Prozent) verfügt zwar nicht über Kennzahlen des eigenen Unternehmens, schätzt die Auswirkungen aber als bedeutsam ein. Diese Unternehmen setzen auf eher klassische Maßnahmen, um dem Wandel zu begegnen, zum Beispiel auf Nachfolgeplanung, Gesundheitsmanagement, Personalmarketing oder eine demografieorientierte Personalplanung. Spezifische Tools wie Systeme zum Wissenstransfer, Instrumente zur Schaffung einer altersheterogenen Beschäftigungsstruktur oder gezielte Diversityprogramme für Frauen oder ausländische Arbeitnehmer spielen bei ihnen nur eine untergeordnete Rolle. „Ein demografiefestes Personalmanagement ist allerdings ein kritischer Erfolgsfaktor für Familienunternehmen. Dazu bedarf es eines strategischen Demografie-Managements mit einer ausbalancierten Kombination von Analysen der Unternehmenssituation, Demografie-Instrumenten und -Systemen“, sagt Dr. Michael Strenge, Leiter der Studie.

Risiken werden teilweise unterschätzt

Jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) hat sich mit den Auswirkungen des demografischen Wandels bislang nur oberflächlich befasst und verfügt daher über wenige Kennzahlen. „Die Personalbereiche deutscher Familienunternehmen benötigen aber Transparenz über demografieorientierte Kennzahlen und den künftigen Personalbedarf, die Entwicklung der Altersstruktur der Belegschaft, Abgänge von Schlüsselmitarbeitern sowie gegenwärtige und künftige Qualifizierungsanforderungen. Nur so ist eine realistische Einschätzung der Auswirkungen des demografischen Wandels auf das eigene Unternehmen möglich“, erklärt Prof. Dr. Walter Jochmann, Geschäftsführer des „Kienbaum Institut@ISM für Leadership & Transformation“, und ergänzt: „Hier gibt es bei vielen Unternehmen noch Nachholbedarf.“

Die Studie, die für Vorständen und Personalverantwortliche auch praktische Hinweise und Handlungsempfehlungen in Bezug auf den demografischen Wandel beinhaltet, kann hier kostenlos heruntergeladen werden.