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18. Dezember 2015

Stihl: Beschäftigungsgarantie bis 2020 und hohe Investitionen in Deutschland

Das Waiblinger Familienunternehmen Stihl stärkt den deutschen Standort durch eine Beschäftigungsgarantie und hohe Investitionen. Der Unternehmensvorstand hat mit dem Gesamtbetriebsrat einen neuen Beschäftigungs- und Standortsicherungsvertrag (BuS-Vertrag) für das deutsche Stammhaus bis Ende 2020 vereinbart. Damit erhält die Stammbelegschaft eine fünfjährige Beschäftigungsgarantie. Darüber hinaus investiert das Stammhaus von 2015 bis 2018 rund 300 Millionen Euro in Deutschland – das höchste Investitionsvolumen an einem Standort in der Stihl- Gruppe.

Allein am Standort Ludwigsburg wird die Vertriebslogistik für über 50 Millionen Euro erweitert und modernisiert. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Bertram Kandziora betont: „Das Familienunternehmen Stihl bekennt sich erneut mit Verträgen und Investitionen klar zum deutschen Standort. Wir stellen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft der Stihl-Gruppe und des deutschen Stammhauses.“ Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Marcus Retter, unterstreicht: „Wir freuen uns über den gelungenen BuS-Vertrag und das hohe Investitionsvolumen in Deutschland. Davon profitieren sowohl Belegschaft als auch Unternehmen.“

Beschäftigungsgarantie für die Stammbelegschaft

Um weltweit Marktanteile halten und ausbauen zu können, müssen insbesondere im Einstiegssegment und in preissensiblen Märkten wie Osteuropa, Lateinamerika und Südostasien sehr attraktive Verkaufspreise angeboten werden. Die dafür notwendigen niedrigen Herstellkosten sind aber nur in den außereuropäischen Stihl-Standorten realisierbar. Ein wesentliches Element des BuS-Vertrags ist, dass dadurch aktuell im deutschen Stammhaus wegfallende Stückzahlen durch Verlagerung der Produktion anderer Produktgruppen nach Deutschland vollständig ausgeglichen werden. So nutzt die Unternehmensgruppe alle Marktchancen, ohne die Beschäftigung in Deutschland zu reduzieren.

Die Andreas Stihl AG & Co. KG gibt der Stammbelegschaft mit dem zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat ausgehandelten BuS-Vertrag eine Beschäftigungsgarantie bis zum 31. Dezember 2020. In diesem Zeitraum sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Das Familienunternehmen verpflichtet sich darüber hinaus, weiterhin über Bedarf und auf dem bisher hohen Niveau auszubilden und alle Auszubildenden nach Ausbildungsende in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu übernehmen. „Wir stärken mit diesem Vertrag unsere Wettbewerbsposition und erhöhen die Attraktivität von Stihl als Arbeitgeber“, sagt Dr. Michael Prochaska, Vorstand Personal und Recht.

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Stammhauses wurden Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, Kostensenkung, Arbeitszeitflexibilisierung und Arbeitsorganisation vereinbart. Damit hochqualifizierte Fachkräfte ihr Know-how besser einbringen können, wurde ein Zusatztarifvertrag über ein ausgeweitetes Kontingent von Mitarbeitern mit 40-Wochenstunden zwischen den Tarifvertragsparteien vereinbart.

Beschäftigung ausgebaut

Der BuS-Vertrag wurde 1997 erstmals abgeschlossen und in den Folgejahren mehrmals fortentwickelt. Am 18. Dezember 2015 unterzeichneten Vorstand und Gesamtbetriebsrat den neuen Vertrag. Die bisherigen Verträge haben zu Sicherung und stetigem Ausbau der Beschäftigung im deutschen Stammhaus beigetragen. So wurde allein in den vergangenen zehn Jahren die Belegschaft um über 650 Beschäftigte in Deutschland erhöht. Gleichzeitig wurden über 400 befristet Beschäftigte in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen und ihnen damit eine nachhaltige berufliche Perspektive geboten.

„Die Stihl-Gruppe wird weiter wachsen und weltweit von 2015 bis 2018 rund eine Milliarde Euro investieren“, sagt Dr. Kandziora. Die Mittel fließen vor allem in neue Produkte, Werkzeuge und Maschinen sowie in Bauprojekte zur Erweiterung und Modernisierung des internationalen Fertigungs- und Vertriebsverbunds. Das Stammhaus ist dabei mit rund 300 Millionen der Standort mit dem höchsten Investitionsvolumen in der Unternehmensgruppe.

Über 50 Millionen Euro in Ludwigsburg für Vertriebslogistik

In Waiblingen werden zurzeit die neue Produktionslogistik und die Erweiterung des Entwicklungszentrums für fast 90 Millionen Euro einschließlich der notwendigen Infrastruktur und Ausstattung fertiggestellt. Als neues Großprojekt planen die Waiblinger eine Erweiterung und Reorganisation der eigenen Vertriebslogistik am bestehenden Standort in Ludwigsburg, Kammererstraße. Das Investitionsvolumen wird über 50 Millionen Euro betragen. Es werden zusätzlich etwa 10.000 Quadratmeter Lager- und Funktionsflächen im Werk 7 geschaffen und die Logistik innerhalb des Werks in hohem Grad modernisiert und automatisiert. Der Vorstand Marketing und Vertrieb, Norbert Pick, erklärt dazu: „Diese Investition unterstützt das Wachstum der Unternehmensgruppe und trägt dazu bei, die weltweiten Kunden auch künftig effizient und rasch zu beliefern.“

Geplanter Baubeginn ist Dezember 2016; die Inbetriebnahme soll Anfang 2019 abgeschlossen sein. Vom heutigen Standort in Ludwigsburg, Kammererstraße, mit einer Fläche von derzeit 37.000 Quadratmeter werden Stihl-Produkte an die eigenen Vertriebsgesellschaften und Importeure in über 160 Länder weltweit versandt.

Die Familienunternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forst- und Landwirtschaft sowie für die Landschaftspflege, die Bauwirtschaft und den anspruchsvollen Privatanwender. Ergänzt wird die Produktpalette durch das Gartengerätesortiment von Viking. Die Produkte werden grundsätzlich über den servicegebenden Fachhandel vertrieben mit 36 eigenen Vertriebs- und Marketinggesellschaften, rund 120 Importeuren und mehr als 40.000 Fachhändlern in über 160 Ländern. Das Unternehmen wurde 1926 gegründet und hat seinen Stammsitz in Waiblingen bei Stuttgart. 2014 wurde mit 14.297 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 2,98 Milliarden Euro erzielt.