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26. Januar 2016

Sprengsatz betriebliche Altersvorsorge

Die zweite Säule der Alterssicherung leidet extrem unter niedrigen Zinsen. Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. fordert deshalb eine Entlastung der Betriebe in der bilanzrechtlichen Behandlung von Altervorsorgelasten. „Die anhaltende Niedrigzinsphase lässt die Rückstellungen steigen, die für Betriebsrenten zu bilden sind. Hierdurch kommt es zu einer Belastung des Eigenkapitals, die einer zunehmenden Zahl von Unternehmen die Luft zum Atmen nimmt“, warnt der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger.

Gerade mittelständische Betriebe und Familienunternehmen kann dies in existenzielle Krisen führen. Der Gesetzgeber ist gefordert, hier schnellstens für Abhilfe zu sorgen: Während Verträge zur betrieblichen Altersvorsorge häufig über 70 Jahre laufen, wird für die Bewertung künftiger Belastungen der Unternehmen durch Betriebsrenten lediglich über sieben Jahre ein Zinsdurchschnitt gebildet. Sachgerechter wäre es, zunächst einen zwölfjährigen Zinsdurchschnitt zugrunde zu legen und in drei Jahren, wenn die Datenlage dies zulässt, auf die zehn jeweils zurückliegenden Jahre zurückzugreifen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass viele Arbeitgeber ihre Direktzusagen einstellen und die Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge hierdurch zurückgeht.

Wolfgang Steiger: „Angesichts der Belastungen des demographischen Wandels für die umlagefinanzierte gesetzliche Rente ist Deutschland umso mehr auf eine funktionierende kapitalgedeckte zweite Säule der Alterssicherung angewiesen. Keinesfalls darf die betriebliche Altersvorsorge durch unpassende Bilanzierungsvorschriften ausgehöhlt werden. Die Bundesregierung steht hier unter einem großen Handlungsdruck.“