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30. Januar 2016

Ulrich Dietz: „Deutsche Politik ist realitätsfremd“

Im Dezember letzten Jahres wurde bekannt, dass der Entwurf für den Jahreswirtschaftsbericht 2016 eine Verschärfung des Kartellrechts enthalten soll. Nun ist es amtlich: In dem Ende Januar vorgestellten Bericht kündigt die Bundesregierung an, die Fusionskontrolle deutlich auszuweiten. Ulrich Dietz, Code_n-Initiatior und CEO der GFT Technologies sieht darin eine erhebliche Beeinträchtigung beim Ausbau des Gründerstandorts Deutschland.

„Wenn die Politiker in Deutschland meinen, in der noch jungfräulichen deutschen Startup-Szene mit regulatorischen Maßnahmen eingreifen zu müssen, ist das eine folgenschwere Verkennung der Lage. Startups können überall auf der Welt gründen und sich erfolgreich entwickeln. Allein in Europa gibt es bereits heute einige Länder, die weitaus attraktiver sind als Deutschland – schauen Sie nur in die Schweiz oder nach England. Dieses Faktum sollten wir ändern und nicht die Rahmenbedingungen weiter erschweren“, so Dietz.

Künftig sollen die Wettbewerbsbehörden auch abhängig vom Kaufpreis tätig werden, nicht erst ab den bislang gültigen Umsatzgrenzen. Für Gründer und Investoren wird es dadurch in Deutschland deutlich schwieriger und aufwändiger werden, ein Startup zu verkaufen. Das Inkrafttreten der Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) ist bereits für das Frühjahr vorgesehen.

„Wir brauchen keine weiteren Bremser in der Startup-Szene. Weniger Bürokratie und Regulierung wäre der richtige Ansatz, um den Gründerstandort Deutschland voranzubringen. Der Verkauf von Startups darf nicht unnötig erschwert werden“, erklärt Dietz weiter, der 2011 die globale Innovationsplattform Code_n (Code of the New) für ambitionierte Gründer und führende Unternehmen initiiert hat. Mit ihren verschiedenen Elementen bietet die Plattform ein Ökosystem, das Innovatoren miteinander vernetzt und die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle fördert.

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