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19. Februar 2016

Familienunternehmer gründen Wirtschaftsclub Stuttgart

Stuttgarter Unternehmerinnen und Unternehmer haben kürzlich den Wirtschaftsclub Stuttgart e.V. gegründet. Der Club versteht sich nicht als Businessclub, wo Kontakte geknüpft und Aufträge generiert werden, vielmehr möchten sich die Mitglieder über grundsätzliche und aktuelle Herausforderungen von eigentümergeführten Unternehmen austauschen, unternehmerische Wertevorstellungen weiterentwickeln und ein positives Bild des Unternehmertums in die Gesellschaft tragen. Eine weitere Aufgabe sehen die Clubmitglieder in der Förderung und Unterstützung junger Unternehmerinnen und Unternehmer.

Neue Perspektiven durch Erfahrungsaustausch

Clubpräsident Siegbert E. Lapp, Aufsichtsratsvorsitzender der Stuttgarter Lapp Holding AG, sagt: „Alle unsere Mitglieder haben einen großen persönlichen Erfahrungsschatz, den wir an Gleichgesinnte und junge Unternehmerinnen und Unternehmer weitergeben möchten. Der Austausch eröffnet uns allen neue Perspektiven und gibt uns wichtige Impulse, um mittelständisches Unternehmertum positiv mitzugestalten. Außerdem ist es manchmal einfach gut, jemand außerhalb der Familie zu haben, bei dem man sich Rat holen kann. Besonders als junger Unternehmer habe ich mir das manches Mal gewünscht.“ Martin Weitbrecht, geschäftsführender Gesellschafter der Martin Weitbrecht Rohrleitungsbau GmbH, ergänzt: „Wir möchten einen Ort für den persönlichen Austausch und Gespräche auf Augenhöhe unter Ausschluss der Öffentlichkeit bieten. Für die politische Durchsetzung unternehmerischer Interessen gibt es andere Organisationen. Unser Clubraum im Hotel Steigenberger Graf Zeppelin direkt gegenüber des Stuttgarter Hauptbahnhofs soll für unsere Mitglieder eine Anlaufstelle sein, wo sie sich treffen und diskutieren können, ohne immer das Tagesgeschäft im Blick zu haben. Der Clubraum steht uns 365 Tage im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung.“

Werte und die Zukunft im Blick

Weitbrecht, Clubvorstand für unternehmerische Werte, betont: „Familienunternehmen schaffen Werte über Generationen. Heute findet ein Wertewandel in Gesellschaft und Wirtschaft statt. Beispiele dafür sind Themen wie Work-Life-Balance oder Share Economy. Durch den Austausch im Club lernt jeder von uns dazu und setzt sich mit neuen Themen auseinander. Es geht um unser Selbstverständnis und unseren Anspruch als Unternehmer. Hier haben wir Gelegenheit, unsere Sichtweise zu hinterfragen – in einem vertrauten Rahmen, in dem man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen muss.“ Lapp sieht das ähnlich: „Die Welt verändert sich dramatisch schnell. Wir müssen uns fragen, was für die Zukunft wichtig ist, für welche Werte wir stehen wollen. Als Mittelständler werden wir langfristig ohne Werte nicht erfolgreich sein.“

Dr. Clemens Müller-Störr, Geschäftsführer des Wirtschaftsclubs sagt: „Unternehmen brauchen eine Seele. Es geht immer um die Haltung von Personen. Familienunternehmer haben mehr als die nächsten Quartalszahlen im Blick. Sie stehen für soziale Verantwortung par excellence. Das möchten wir auch durch unser Engagement für den Nachwuchs zum Ausdruck bringen.“ Zur Förderung von Jungunternehmern wird es einen Preis geben, mit dem besonders innovative Firmengründer aus verschiedenen Branchen ausgezeichnet werden sollen. „Wir wollen keine Business Angels sein. Wir erstellen keine Businesspläne und begleiten nicht zu Bankgesprächen“, sagt Lapp. „Wir möchten uns austauschen. Junge Unternehmer gehen die Dinge anders an und vermitteln uns andere Sichtweisen. Und vielleicht können wir Erfahreneren ihnen helfen, den einen oder anderen Fehler zu vermeiden.“

Mit klarer Ausrichtung

Müller-Störr ist überzeugt, dass der Club wachsen wird. Aufgenommen werden Eigentümer, Gesellschafter, Aufsichtsräte, Vorstände und Geschäftsführer, die ein mittelständisches Unternehmen verantwortlich führen und sowohl mit ihrem Namen als auch mit ihrem Kapital dafür einstehen. „Ebenso willkommen sind uns junge Unternehmer, Nachfolger wie Startups oder Personen, die sich durch eine besondere unternehmerische Leistung oder Kreativität auszeichnen“, sagt Weitbrecht. „Jungunternehmern werden wir eventuell sogar den Clubbeitrag für ein/zwei Jahre erlassen“, schmunzelt Lapp.

Der Wirtschaftsclub ist keine geschlossene Gesellschaft, auch wenn die aktuell 18 Mitglieder bei den Club-Abenden unter sich bleiben möchten. Unter dem Motto „Der-Rede-Wert“ führt der Club Veranstaltungen durch, die sich mit den aktuellen Herausforderungen mittelständischer Unternehmen befassen wie Nachfolge in Familienunternehmen, Fehlerkultur oder Share Economy. Zu diesen Veranstaltungen sind auch Gäste zugelassen, die aber nur von den Mitgliedern des Clubs eingeladen werden. „Im kleinen Kreis kann man sich viel vertrauensvoller austauschen als bei großen Veranstaltungen, wo individuelle Probleme und Herausforderungen der Unternehmer selten vertieft werden“, sagt Müller-Störr. Auch gemeinsame Reisen stehen auf dem Plan. „Dabei steht immer der Austausch im Fokus“, so der Geschäftsführer weiter. „Durch unsere vielfältigen Beziehungen und die Mitgliedschaft im IAC (International Associate Clubs) besteht die Möglichkeit, auf internationaler Ebene Kontakte zu interessanten Persönlichkeiten zu knüpfen.“

„An der Spitze ist es in der Regel einsam. Unternehmer stehen immer an der Spitze“, sagt Müller-Störr abschließend. „Der Wirtschaftsclub soll ein Ort sein, an dem dieser Mechanismus außer Kraft gesetzt wird.“

www.wirtschaftsclub-stuttgart.com