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13. April 2016

Generationswechsel: Nachfolger wollen gestalten und nicht verwalten

Die heutige Nachfolger-Generation in Familienunternehmen will die Erfolgsgeschichte der jeweiligen Betriebe fortschreiben, aber mit eigener Handschrift. Das ergab eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 268 Nachfolger in Familienunternehmen aus 31 Ländern befragt wurden. Danach verstehen sich 88 Prozent der so genannten Next Generation nicht nur als bloße Verwalter des Familienerbes, sondern als deren Gestalter. Auf die Aufgaben, die dieser Anspruch mit sich bringt, blickt die kommende Führungsriege zuversichtlich: 91 Prozent sehen dem Generationswechsel im Unternehmen optimistisch entgegen. Sie fühlen sich gut vorbereitet und bringen den nötigen Ehrgeiz mit. Die Entscheider von morgen wollen neue Märkte, Geschäftsfelder und -strategien ausprobieren.

Konfliktthemen Übergabe und Digitalisierung

Über die Hälfte der befragten Nachfolger sieht im Generationenwechsel ein hohes Konfliktpotenzial. Sie sind besorgt, dass sie zu viel Zeit aufbringen müssen, um familieninterne Probleme zu bewältigen. 61 Prozent glauben, dass es für die ältere Generation schwierig ist, loszulassen und sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen. „Wir empfehlen Familienunternehmen deshalb, die Nachfolge frühzeitig zu planen und sie als Prozess zu begreifen, der die Family- und Business-Governance beinhaltet“, sagt Dr. Peter Bartels, PwC-Vorstandsmitglied und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand. Einen weiteren Konfliktpunkt zwischen den Generationen bildet laut Studie die digitale Transformation. Nur 41 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass ihre Digitalstrategie das Geschäftsmodell optimal unterstützt. 29 Prozent bestätigen, dass Familienunternehmen die technologischen Möglichkeiten zögerlicher nutzen als andere Konzerne. Entsprechend fühlen sich 40 Prozent manchmal frustriert, wenn es darum geht, die Elterngeneration von neuen Ideen zu überzeugen. „In puncto Digitalisierung sollte sich die ältere Unternehmergeneration von der jüngeren überzeugen lassen“, betont Bartels. „Die technologische Entwicklung wird die Geschäftswelt in den kommenden fünf Jahren von Grund auf verändern. Davon gehen auch 83 Prozent der kommenden Familienunternehmer aus, wie unsere Studie zeigt.“

Führungskräfte von außen werden immer wichtiger

Laut Studie setzt die Next Generation verstärkt auf Kompetenz von außen: 69 Prozent möchten externe Manager einstellen. „Einen Fremdmanager an die Seite zu holen kann ein sinnvoller Schritt für Familienunternehmer sein, wie auch unsere aktuelle Studie ‚Gemischte Geschäftsführungsteams in Familienunternehmen‘ zeigt“, ist Bartels überzeugt. Drei Viertel der Familienunternehmen wollen so die fachliche Expertise ausbauen, etwa jeweils die Hälfte möchte auf diese Weise das Unternehmen professionalisieren und Wachstum vorantreiben.