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8. Mai 2016

Familienunternehmen: Zusammenarbeit mit Fremdmanager hat sich bewährt

Rund 90 Prozent der Familienunternehmer mit gemischten Führungsteams blicken ausgesprochen zufrieden auf die Zusammenarbeit mit ihren Fremdmanagern. 77 Prozent sind davon überzeugt, dass ihre Kollegen von außen den Vertrauensvorschuss, der in sie gesetzt wird, verdient haben. Für 80 Prozent sind demnach Konkurrenzsituationen innerhalb der Geschäftsführung kaum ein Thema. Das sind einige zentrale Ergebnisse der Studie „Gemischte Geschäftsführungsteams in Familienunternehmen: Wie funktioniert eine erfolgreiche Zusammenarbeit?“, für die 163 Familienunternehmen mit Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Fremdmanagern befragt wurden. Die Studie wurde von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, dem Wittener Institut für Familienunternehmen und die Intes-Akademie für Familienunternehmen erstellt.

Hauptgrund für die Einstellung externer Manager ist der Ausbau der fachlichen Expertise. Jeweils etwa die Hälfte will das Unternehmen auf diese Weise professionalisieren oder das Wachstum vorantreiben. Ein weiterer Grund: Es fehlt ein qualifizierter Nachfolger aus der Unternehmerfamilie für die Geschäftsführung. „In den meisten Familienunternehmen hat sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Geburt niemanden zum guten Unternehmer macht“, sagt Dr. Peter Bartels, PwC-Vorstandsmitglied und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand. „In diesem Fall kann eine Ergänzung der Geschäftsführung durch Fremdmanager eine gute und manchmal sogar die bessere Lösung sein, weil so neue Sichtweisen in das Unternehmen eingebracht werden.“

Gesucht werden starke und streitbare Charaktere

Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer wünscht sich für die Verstärkung von außen besondere Persönlichkeiten und Charaktere. Allerdings führt dies aber auch zu Konflikten in gemischten Geschäftsführungsteams: 54 Prozent geben an, dass die Persönlichkeiten „häufiger“ oder „gelegentlich“ aufeinanderprallen. Doch Auseinandersetzungen und Konflikte können durchaus von Vorteil sein, je nachdem, wie damit umgegangen wird: „Eine offene, konstruktive Streitkultur ist für das Unternehmen förderlich, da sie den Teamgeist am Ende stärkt. Deshalb brauchen Unternehmen starke Persönlichkeiten – sowohl auf der Seite der Familie als auch bei den Fremdmanagern“, davon ist Prof. Dr. Marcel Hülsbeck überzeugt, Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Personal und Organisation am Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU).

Entscheidungen fällt das Teammeist gemeinsam

Eine wichtige Mittlerfunktion, gerade in Streitfragen, komme dem familieninternen Geschäftsführer zu, da er das Team zusammenhalte. Allerdings sei es gerade die Konfliktfähigkeit, die als Eigenschaft bei internen und externen Geschäftsführern klar unterschätzt werde. Nur ein Prozent der befragten Familienunternehmen erachte sie für wichtig, heißt es von Seiten der Initiatoren. Ansonsten seien die jeweiligen Rollen in den Familienunternehmen klar verteilt. Den Geschäftsführungsvorsitz hält in der Regel der familieninterne Manager. Für Bereiche wie Finanzen und Controlling setzen Familienunternehmen hingegen in der Regel auf externe Manager. Entscheidungen werden per Mehrheitsbeschluss im Team oder nach dem jeweiligen Verantwortungsbereich getroffen (jeweils 57 Prozent).

Die komplette Studie als kostenlosen PDF-Download gibt es hier.