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16. Mai 2016

Hannover Finanz: Wachstumsfinanzierungen im Mittelstand nehmen zu

Auf ihrer Jahrespressekonferenz hat die Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz unterstrichen, dass die Zahl der Finanzierungsanfragen aus dem Mittelstand auch 2015 konstant hoch war. Neben der Finanzierung von Nachfolgelösungen in Familienunternehmen stand vor allem die Nachfrage nach Wachstumsfinanzierungen im Fokus. Mittelständler schätzen dabei insbesondere die Bereitschaft der Gruppe zu langfristigen Engagements. Das kommt den Bedürfnissen von mittelständischen Familienunternehmen entgegen, die eher langfristig denken, planen und handeln.

Vier Investitionen in den Mittelstand

2015 hat die Hannover Finanz-Gruppe insgesamt über 75 Millionen Euro in vier neue Beteiligungen aus dem Mittelstand und ein Folgeengagement investiert:

An dem wachstumsstarken 1989 gegründeten Familienunternehmen IPR Intelligente Peripherien für Roboter GmbH (Umsatz 2015: 20 Millionen Euro) beteiligten sich die Hannoveraner mehrheitlich im Zuge einer Nachfolgelösung und aufgrund der aussichtsreichen Chancen im Hinblick auf Industrie 4.0. Ein erstes Zeichen für die erfolgreiche Partnerschaft ist der Aufbau eines neuen Standorts mit einer größeren Produktionshalle. Ein Mitglied der Unternehmerfamilie leitet weiterhin die Geschicke des Unternehmens. Die Gründer bleiben auch künftig maßgeblich beteiligt und begleiten das Unternehmen aktiv aus der Gesellschafterrolle heraus.

Ebenfalls neu im Portfolio ist das 1957 gegründete Familienunternehmen F&W Frey & Winkler GmbH (Umsatz 2015: 14 Millionen Euro), eine Firma in zweiter Generation, die aus der eigenen Familie heraus keinen Nachfolger mehr stellen wollte. Der Spezialist für die Herstellung kleinster Bauteile aus Kunststoff, zum Beispiel für Brillen, und Zulieferer für die Medizintechnik regelte seine Nachfolge mit Unterstützung der Beteiligungsgesellschaft, die das Unternehmen zu 100 Prozent übernahm und es gemeinsam mit dem Management weiterentwickelt.

Erfolgreich verläuft die stille Beteiligung an der 1922 von Heinrich und Lutz Overlack als Chemikaliengroßhandel gegründeten Overlack AG (Umsatz 2015: 530 Millionen Euro). Das Familienunternehmen in dritter Generation konnte mit Unterstützung der Hannover Finanz bereits die deutsche Klink-Unternehmensgruppe zukaufen und mit der Übernahme der britischen Lansdowne Chemicals PLC seine internationale Position weiter stärken. Hannover Finanz-Vorstand Jürgen von Wendorff arbeitet mit dem Unternehmer eng zusammen und sagt zu diesem für Overlack maßgeschneiderten Beteiligungsmodell: „Unsere stille Beteiligung ist mit einem Wandlungsrecht in Anteile an der Overlack AG ausgestattet, sodass die Hannover Finanz-Gruppe im weiteren Verlauf der Eigenkapitalpartnerschaft zum Mitgesellschafter werden kann.“

Mit dem Erwerb von 74 Prozent der Anteile an der Deurotech Group GmbH (Umsatz 2015: 65 Millionen Euro) schloss die Beteiligungsgesellschaft auch in diesem Jahr wieder ein deutsch-österreichisches Projekt ab und konnte mit ihrem deutsch-österreichischen Team punkten. Anlass für die Beteiligung war die Bündelung von vier Unternehmen in der neu gegründeten Holding. Die Gruppe konnte 2015 aufgrund des Zusammenschlusses der vier Unternehmen bereits einen Großauftrag für sich verbuchen.

Beteiligungskapital als Schubkraft für Innovationskultur

Angesichts der zunehmenden Digitalisierung in allen Bereichen und Branchen sowie der damit einhergehenden immer schneller voranschreitenden Globalisierung wird Innovationsfähigkeit zur Schlüsselkompetenz für den Mittelstand, vor allem für traditionsreiche Familienunternehmen.

Von Wendorff kommentiert: „Studien der letzten Monate haben gezeigt, dass der Mittelstand nach wie vor sehr wendig ist und über die notwendige Innovationsfähigkeit verfügt. Das zeigt auch die zunehmende Nachfrage nach Wachstumskapital bei uns. Wir bieten mit unserem Beteiligungskapital die Schubkraft dafür, dass sich Innovationskultur im Mittelstand erhalten oder auch weiter entfalten kann. Ganz wichtig dabei: Zur Innovationskultur gehört auch die Weiterentwicklung eines Unternehmens insgesamt, zum Beispiel durch Zukäufe, durch eine Buy-and-Build-Strategie oder die rechtzeitige Realisierung einer schrittweisen Nachfolgelösung.“ Gerade auch die aktive Neuaufstellung des gesamten Unternehmens beweise dessen Innovationsfähigkeit und die proaktive Einstellung des Managements. Denn nicht nur anhand der Entwicklung neuer Produkte oder der Anzahl der Patentanmeldungen ließe sich die Innovationskultur eines Unternehmens ablesen, so von Wendorff weiter. „Auch Familienunternehmer nehmen vermehrt rechtzeitig Fahrt in Richtung Zukunft auf. Das zeigt sich daran, dass die Nachfrage nach Beteiligungskapital bei Wachstumsfällen gepaart mit der gleichzeitigen Vorbereitung der Nachfolge in diesem Jahr wieder zugenommen hat.“ Außerdem werde von dem Eigenkapitalpartner zunehmend eine sehr enge Zusammenarbeit in der Rolle des Sparringspartners erwartet.

Hannover Finanz mit neuer Partnerebene

Auch die Beteiligungsgesellschaft selbst entwickelt sich weiter. „Wir haben aufgrund unseres seit 2009 eingeläuteten Generationenwechsels und nach dem Übergang unseres Gründers in den Beirat, den Vorstand aktuell durch eine Partnerebene ergänzt, die mehr Verantwortung übernimmt. Denn unsere Expertise und Erfahrung aus 37 Jahren Beteiligungsgeschäft wird mit deutlich steigender Tendenz nachgefragt“, unterstreicht von Wendorff. „Ob Unternehmensprüfungen oder kartellrechtliche Fragen oder die vom Mittelstand gewünschte engere Zusammenarbeit in den Eigenkapitalpartnerschaften – die Arbeit in unserer Branche ist zunehmend komplexer geworden. Für den Mittelstand bleiben wir mit unserem auf langfristige Partnerschaften ausgerichteten Geschäftsmodell nach wie vor ein gefragter Partner. Nicht zuletzt, weil wir auf nachhaltige Unternehmensentwicklung durch den Inhaber oder das Management setzen, erhalten wir eine hohe Anzahl von Anfragen.“

Die 1979 gegründete Beteiligungsgesellschaft gehört zu den ersten Wagniskapitalgebern in Deutschland und ist unabhängig von Banken oder Konzernen. Grundlage der auf Langfristigkeit angelegten Beteiligungen sind die derzeit sieben Evergreen-Fonds mit unbegrenzter Laufzeit und institutionellen Investoren im Hintergrund. Namhafte Unternehmen wie Fielmann, Rossmann oder die Aixtron AG haben ihr Wachstum mit Beteiligungskapital der Hannover Finanz realisiert und die unternehmerische Begleitung in Anspruch genommen.